Scout, ein kleiner Saugroboter, der bei dem älteren Ehepaar Edie und Harold seinen Dienst verrichtet, ist hier der kleine Star des Buches. Nach und nach erfragt er fast schon philosophisch, was hinter allem steckt - und scheint dabei selbst echte Gefühle zu entwickeln.Als Edie stirbt, und Adrian, ein Klavierschüler von ihr, in Harolds Leben tritt, verändert sich vieles.Die Geschichte erzählt von Haushaltsgeräten, die den Bewohnern das Leben erleichtern sollen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei Scout, der eigentlich nur dafür da ist, das Haus sauber zu halten. Zwar kommt er dieser Aufgabe nach, er belauscht jedoch die Gespräche und möchte unbedingt mehr über die Menschen wissen, was den meisten anderen Haushaltsgeräten missfällt. Schließlich hat jeder von ihnen seinen Dienst zu verrichten. Nicht mehr und nicht weniger.Die Dialoge sind gut gelungen zwischen den Geräten. Man spürt förmlich, wie sich Scout mehr und mehr hervor tastet, um die Menschen besser zu verstehen. Das hat mir gefallen.Doch das Buch wandelt sich nach und nach in eine bedrückende Dystopie. Wer eine Geschichte erwartet, die witzig und voller Wärme ist, dürfte enttäuscht werden. Zwar weist die Handlung leise Zwischentöne auf, ist immer wieder äußerst gefühlvoll, aber die Geschichte dreht sich auch in eine ganz andere Richtung. Big brother is watching you, kann man da kryptisch andeuten.Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, auch bildlich. Was mir nicht so gut gefiel, dass manches nicht logisch und nachvollziehbar warInsgesamt gefiel mir die Geschichte, weil sie anders war, und auch wenn sie aufgrund der farbenfrohen Covers etwas anderes vermuten ließ. Zudem macht sie begreiflich, was geschehen kann, wenn man einer KI eine freie Hand lässt - oder sie einfach alle Entscheidungen übernimmt. Sehr bedrohlich entwickelte sich daher das Szenario.3,5 Sterne.