Cover & Klappentext
Das Cover ist, wie schon im ersten Teil, etwas überladen. Mir persönlich sagt es nicht zu, aber es kommt immer auf den Inhalt an. Dafür verspricht es eine kurzweilige Unterhaltung, was sich auch im Klappentext widerspiegelt.
Meinung
Nachdem ich die Geschichte von Coal und Hex geliebt habe, konnte ich hier unmöglich widerstehen.
Als Coal feststellt, dass ein Teil der Freude von Weihnachten gestohlen wird, beschließt sein jüngerer Bruder Kris als Botschafter der Sache auf den Grund zu gehen. Das vierblättrige Kleeblatt, was gefunden wurde, führt ihn nach Irland zum Kronprinz vom St. Patricks Day, ohne zu ahnen, dass Lochlann jener Student ist, mit dem er schon aneinandergeraten ist. Als beide aufeinandertreffen, kann von Diplomatie keine Rede mehr sein, denn Loch ist stur, anmaßend und frustrierend, jedoch auch ziemlich heiß.
Kris weicht von seiner Meinung über Loch nicht ab, bis er einen Blick hinter dessen Fassade erhaschen kann und die Hintergründe zu begreifen beginnt. Aber reicht das aus, um über die gestohlene Weihnachtsfreude hinwegzusehen und ihm sogar zu vertrauen?
Aus der Sicht von Kris wird man durch das Geschehen geführt. In Band eins habe ich schon einen recht guten Einblick in seinen Charakter erhalten, der hier noch verstärkt wird. Schon allein deshalb hatte ich keinerlei Probleme, in die Geschichte zu finden.
Kris ist unsicher und hat seinen Platz in der Welt noch nicht gefunden. Er weiß einfach nicht, wer er ist. Er sieht sich als Back-up, als Notlösung, und fühlt sich ausgeschlossen, was nicht zuletzt an dem Weggang der Mutter liegt.
Er wurde so intensiv beschrieben, dass man sich gut in ihn hineinversetzen kann. Unsicherheiten kennt sicherlich jeder, aber ich hatte das Gefühl, mir wurde in die Seele geschaut. Das ist der Hauptgrund, warum ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch gelesen habe.
Der Schreibstil ist gewohnt locker. Das bringt trotz der bestehenden Schwermütigkeit und des Tiefgangs eine gewisse Leichtigkeit mit, sodass man von den belastenden Emotionen als Leser nicht überschwemmt wird. Die im ersten Band kritisierten Schachtelsätze, die gelegentlich nicht aufgingen, finden sich hier deutlich weniger.
Die Wortwahl ist passend gewählt worden.
Wer annimmt, dass die Geschichte über Kris ähnlich spritzig und humoristisch wie Teil eins ist, der irrt. Ich persönlich habe kaum Gelegenheiten zum Schmunzeln gefunden, wenn man mal vom Anfang absieht. Das ist schade, denn ein wenig mehr Witz hätte der Story sicher gutgetan und einen zusätzlichen Ausgleich geschaffen.
Die Autorin hat schon im Auftakt bewiesen, dass sie ein Händchen dafür hat, authentische Charaktere zu erschaffen. Mit diesem Talent glänzt sie auch hier. Und obwohl ich Kris und Lochlann beide als toll gelungen empfand, hat ihre Annäherung mich nicht überzeugt. Ein paar Schlüsselszenen hätten das Ganze erleichtert.
Das Tempo wurde passend gewählt, sodass man förmlich durch die Geschichte gleitet. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, selbst wenn ein paar Twists nicht ganz so überraschend waren. Aber die Story soll unterhalten, und das hat sie getan. In dem Punkt unterscheidet sie sich kaum von Band eins. Doch während man bei Weihnachten, einem bekannten Feiertag, mit vielen Einzelheiten konfrontiert wurde, fehlen diese beim St. Patricks Day, einem Feiertag, der eher weniger geehrt wird. Da hätte ich mir ein paar Hintergrundinformationen gewünscht.
Fazit
Da am 17.03.26 St. Patricks Day ist, kann man sich mit dieser Geschichte toll darauf einstimmen, sollte man ihn denn feiern.
Kris, der schon aus Band eins bekannt ist, und Lochlann sind für sich glaubwürdige Charaktere, die der Story eine Intensität verleihen, die man nicht vermuten würde.
In puncto Unterhaltung liegen sie ganz oben, dennoch sind es insgesamt nur drei von fünf Sternen. Dazu gibt es eine Leseempfehlung.