Dinghai Fusheng Records 1 ist der fulminante Auftakt einer Reihe, die historischen Epos und die Tropes Slow burn, forced proximity beziehungsweise Held wieder Willen und Boyslove vereint. Dieser Fantasydanmei war so der Erste dieser Art für mich und ich musste erst in dieses, für mich fremde und ungewöhnliche, Genre reinfinden ..Wir begleiten den jungen Chen Xing auf seiner schwierigen Mission. Als letzter Exorzist muss er die Welt vor Dämonen und anderen finsteren Mächten retten. Die zahlreichen Kriege und damit einhergehen Nöte haben so viel Leid über das Land gebracht, dass das Böse kurz davor ist, die Apokalypse einzuleiten. Die Magie, die früher die Menschen geschützt hat, ist schon lange verschwunden. Magische Amulette oder Artefakte sind nutzlos geworden. Einzig die Herzlampe steht Chen Xing zur Verfügung. Damit kann er Licht ins Dunkel bringen und - zumindest in der Theorie - Dämonen bekämpfen. Seine erste Reise führt in durch das Land, um seinen Schutzpatron zu finden. Dieser ist dafür verantwortlich, dass dem Exorzisten nichts passiert und dieser in Ruhe seine Arbeit machen kann. Doch leider möchte der von der Herzenslampe Auserwählte nichts von seiner Aufgabe wissen. Als dann aber unangenehme Zeitgenossen die Stadt aufmischen, macht sich das ungleiche Duo auf einen Weg, der voller Gefahren und undurchsichtiger Begegnungen steckt. Wie oben schon geschrieben war das mein erster Danmei. Und er hat es mir anfangs nicht leicht gemacht. Ich habe wirklich einige Kapitel gebraucht, um in das Buch einzutauchen. Zum einen sind mir die Namen, Gebräuche und Traditionen einfach fremd. Das sich die Protagonisten oft noch mit Titel, Volljährigkeitsnamen oder ehrwürdigen Endungen am Namensende ansprechen, hat es mir nicht einfacher gemacht. Dennoch hat die Übersetzung tolle Arbeit geleistet und durch Sternchen am Seitenende und einem Glossar am Ende eine wertvolle Hilfe geleistet. Das Buch wird als historischer Fantasy vermarktet. Und wo historisch draufsteht ist definitiv viel historisches drin. Das muss man einfach mögen. Es war auf der einen Seite spannend zu erfahren, wie wechselhaft die Geschichte des alten Chinas war. Aber das die Vorgeschichte so viel Platz in einem Buch einnimmt, kannte ich bisher noch nicht. Es kann gut sein, dass in den Folgebänden dieser Teil etwas abnimmt weil, wie gesagt, wirklich sehr viel hier schon erzählt wurde, auch wenn es in weiten Teilen für mich faszinierend war. Auch in dieser Form nicht so geläufig war mir der chinesische Humor, der fast schon Slapstickartig auch die brutalsten Kampfszenen auflockerte. Durch Mangas und Animes hatte ich schon etwas Kontakt mit diesem speziellen asiatischem Humor. In einem Buch hatte ich das so noch nicht. Im Großen und Ganzen hat mir das jedoch gefallen. Was, nach meinem westlichen empfinden, nur angedeutet wurde war die versprochen BL. Aber auch da kann ja noch einiges in den Folgebänden passieren und man darf das das junge Alter von Chen Xing (er ist 16) nicht vernachlässigen. Nach einigen Startschwierigkeiten bin ich dann in einer antiken, mir so fremden Welt versunken, in der die Übergänge zwischen Freund und Feind fließend waren und epische Schlachten voller Schwertkampf-Action und Magie an der Tagesordnung waren. Ich habe einiges über die chinesische Kultur gelernt und konnte mir vieles bildlich vorstellen. Ich möchte auf jeden Fall wissen, wie die Geschichte um den Exorzisten Chen Xing und seinen Schutzpatron weitergeht und möchte bald zum nächsten Band greifen. Wer also auf historische, opulente und epochale Fantasybücher steht, sollte sich Dinghai Fusheng Records auf jeden Fall Mal anschauen. Alleine die Aufmachung des Buches und die wunderschönen Zeichnungen darin sind mehrere Blicke wert.