Anna und Emilie sind zunächst befreundet. Doch Johann Strauss bringt vieles zwischen den beiden Frauen durcheinander. Aus der Freundschaft wird schließlich ein Streit, der sich durch die Geschichte zieht. Anna hat es dabei besonders schwer. Nach der Trennung von Johann steht sie mit sechs Kindern da und muss ihr Leben neu ordnen.
Anna war für mich eine Figur, die ich gerne begleitet habe. Sie steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern kümmert sich um ihre Kinder und sucht nach einer Möglichkeit, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Später setzt sie sich auch für den beruflichen Weg ihres Sohnes ein. Dabei macht sie nicht immer alles richtig, was sie für mich umso menschlicher wirken ließ.
Bei Emilie fiel mir auf, dass auch sie ihre eigene Sicht auf die Dinge hat. Die beiden Frauen sind sich nicht gleichgültig, auch wenn ihre Freundschaft längst vorbei ist. Ihre Auseinandersetzungen waren für mich deshalb durchaus nachvollziehbar.
Das Wien dieser Zeit wird ebenfalls gut eingefangen. Johann Strauss und seine Musik gehören dabei ganz selbstverständlich zur Handlung. Neben seinem Leben bekommt aber auch Anna viel Raum. Sie muss sich um ihre Kinder kümmern und gleichzeitig versuchen, sich etwas Eigenes aufzubauen. Auch der bekannte Walzer An der schönen blauen Donau findet seinen Platz in der Geschichte.
Besonders bei Anna und ihren Kindern gab es Momente, die mir nahegingen. Manchmal war ich traurig über das, was ihr widerfährt, an anderer Stelle habe ich mich über eine Entscheidung geärgert. Dadurch waren die Figuren für mich nicht einfach nur schwarz oder weiß.
Nicht alles hat mich gleich stark erreicht. Ein paar Passagen hätten für meinen Geschmack kürzer sein dürfen. Trotzdem wollte ich wissen, wie sich die Lage zwischen Anna und Emilie weiterentwickelt und welchen Weg Anna am Ende einschlägt.
Am Ende bleibt vor allem Anna bei mir. Sie muss einiges einstecken und findet trotzdem immer wieder die Kraft, weiterzumachen. Dazu kommen das alte Wien, die Musik und die Familie Strauss. Insgesamt war es für mich eine lesenswerte historische Geschichte, die 4 Sterne bekommt.