Cover & Klappentext
Man wird auf das Cover aufmerksam, was in erster Linie an der Farbgebung liegt. Es ist nur schade, dass die Details völlig untergehen, bedingt durch den dominanten Schriftzug.
Wenn man jedoch einen zweiten Blick riskiert, erkennt man den chinesischen Einfluss.
Inzwischen bin ich ein Fan von Büchern, die im Fernen Osten spielen, obwohl sie mich früher kaum angesprochen haben. Zudem ist die Autorin für mich keine Unbekannte, weshalb ich auf die Story gespannt war.
Der Klappentext vermittelt einen guten Eindruck, der meine Neugierde befeuert hat.
Meinung
Saya durchläuft eine Ausbildung als Assassinin des Gottkaisers. Ihr bleibt keine andere Wahl, allerdings sieht sie darin auch eine Chance, frei zu sein und Rache zu nehmen. Dafür muss sie ausgerechnet mit Teno zusammenarbeiten, der für den Tod ihrer Eltern verantwortlich ist. Sieben Aufgaben muss sie gemeinsam mit ihrem Feind bestehen, um zu überleben, inklusive unzähliger Möglichkeiten, ihn endlich umzubringen.
Aus der Sicht von Saya und Teno wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg ist mir recht schwergefallen. Aufgrund der ausschweifenden Beschreibungen wurde das Tempo derart zurückgenommen, dass ich den Eindruck hatte, auf der Stelle zu verharren. Auch der Schreibstil wirkte auf mich ein wenig holprig und die Wortwahl war meines Erachtens nach nicht immer ideal.
Vielleicht musste die Autorin selbst erst richtig in die Story finden, denn kurz danach wurde das Tempo deutlich angezogen und es kam Bewegung rein, was auch Auswirkungen auf den Schreibstil hatte, der sich positiv weiterentwickelte. Ab diesem Moment konnte ich mich auch mit Saya, auf der klar der Fokus liegt, anfreunden.
Ihre Vergangenheit wird im weiteren Verlauf angedeutet. Immer bestrebt, ihr Geheimnis zu bewahren, was sie das Leben kosten würde, sollte es die falsche Person herausfinden.
Sie hat sich trotz ihrer diversen Traumata nicht unterkriegen lassen und gibt nicht auf.
Im Haus des Flüsterns und der Schatten wird sie zur Assassinin ausgebildet. Und obwohl die Konkurrenz zahlreich und mindestens genauso tödlich ist, kämpft sie sich durch. Dennoch besitzt sie auch Schwächen, die in ihrer Vergangenheit ihren Ursprung finden. Gerade das macht sie menschlich und authentisch.
Teno hingegen ist sehr von sich selbst überzeugt und sieht Saya schon wegen ihrer Statur als Schwächling an. Doch auch er besitzt eine weiche Seite.
Beide Hauptcharaktere wirkten auf mich glaubwürdig. Ihre Beweggründe werden von Seite zu Seite verständlicher, weil man etwas mehr Hintergründe erfährt.
Nun ist es immer etwas schwierig, zwei sich hassende Protagonisten zusammenzuführen. Ihr mangelndes Vertrauen hat negative Auswirkungen auf die Prüfungen. Daher müssen sie sich zusammenreißen. Diese Darstellung ist der Autorin gut gelungen. Die Zuneigung entwickelt sich sehr langsam, nicht ruckartig, was es umso glaubwürdiger macht. So kommen auch die sanften Emotionen viel besser zur Geltung und werden nicht von der Spannung verschluckt.
Nach dem etwas schwierigen Start entwickelte sich die Story interessant weiter, sodass ich gern dranblieb. Natürlich fehlen noch viele Puzzleteile, aber für den ersten Band wurde genau das richtige Maß an Informationen mitgegeben, um der Fortsetzung entgegenzufiebern.
All jene, die eher zartbesaitet sind, sollten die Triggerwarnung dringend beachten.
Fazit
Eine fernöstliche Story, die mitreißt, aber auch mit leisen Tönen überzeugt. Das Zusammenspiel zwischen Saya und Teno ergänzt sich hervorragend, weil sie einfach schön gezeichnet wurden, viel Potenzial in sich tragen und wahnsinnig gut harmonieren.
Dragon Games dürften wohl einige kennen. Wer in dieser Trilogie noch einige Schwächen wahrgenommen hat, der wird hier positiv überrascht.
Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, die ich auf vier aufrunde, sowie eine Leseempfehlung.