Mit beiden Händen den Himmel stützen ist der Debütroman der Autorin. Es ist ein Hardcover mit Lesebändchen und beinhaltet 255 Seiten. Das Cover stellt eine junge Frau dar, was uns dann erwartet, wissen wir nicht.
Ab dem ersten Kapitel ist man erschüttert und danach gefesselt von dieser Geschichte.
Es beginnt mit den Gedanken eines Embryos aus dem Bauch der Mutter. Der Leser erlebt den versuchten Entzug der Mutter und Lales ersten Rausch. Nun wird das Leben nicht wirklich leicht für Lale. Sie wächst in den 80ern in einer Männerkommune in Berlin Kreuzberg auf. Dort werden oft Partys gefeiert und Revolutionen geplant. Die Mutter ist oft im Drogenrausch, nicht fähig, um sich um Lale zu kümmern und der Vater ist zuerst im Knast. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Fernsehen schauen und Süsses essen, doch glücklich ist sie nicht. Sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, dabei überschreitet sie immer wieder ihre eigene Grenzen. Sie sucht nach ihrem Weg, taumelt an den Rändern und findet erst Jahre später Halt. Lale wächst langsam auf, wird älter. Die Schule, meint sie zuerst wird ihre Zuflucht werden. Da ist die Enttäuschung leider gross. Gefühle empfangen und geben wird für Lale zu einer Herausforderung. Vernachlässigung und sexueller Missbrauch begleiten sie durch den Alltag. Unter Liebe versteht sie was völlig anderes als sie bekommt. Lale erlebt so einiges, ob sie ein Weg daraus findet, müssen Sie selbst herausfinden und das Buch lesen.
Mir hat das Buch und die Geschichte gefallen. Das Ende hat mich überrascht. Die Abschnitte sind nicht zu lang und werden aus Lales Sicht erzählt. Es ist eine sehr emotionale und intensive Erzählung. Lales Kampf ums Überleben wird sehr eindrücklich beschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und interessant. Die starken Emotionen und Gefühle der Protagonistin werden sehr intensiv beschrieben. Die Triggerwahrung sollte auf jeden Fall beachtet werden. Ich bin positiv überrascht, vergebe deshalb 4 Sterne und definitiv eine Weiterempfehlung.