Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne schon viele Bücher von Ellen Berg, kürzlich hatte ich (k)einen Weihnachtsroman von ihr gelesen, Du schon wieder ist selbstverständlich (k)ein Scheidungsroman, dafür aber sehr amüsant zu lesen. Auf 364 Seiten nimmt uns die Autorin mit zu Kardiologin Fanny, die seinerzeit in ihrer Ehe mit Dustin stets zurückgesteckt hat (im Nachhinein frage ich mich, wollte sie das so oder er oder wären Gespräche hilfreich gewesen, um Karrieren, Kinder, Partnerschaft und was es sonst noch so gibt, unter einen Hut zu bringen) und die sich nun an und in den Herzen austobt. Dustin, seines Zeichens Sternekoch mit anhänglicher Lebensgefährtin Viola, die von ihm gerne noch mehr Sterne vom Himmel und an den Herd geholt haben möchte, koste es, was es wolle. Die gemeinsamen Kinder von Dustin und Fanny sind inzwischen erwachsen, gehen ihren Weg, wenn auch nicht immer den, den die Frau Mutter zumindest für die Tochter gerne sehen würde. Aber es sind ja alle alt genug, um zu wissen, was sie tun oder besser lassen sollten. Nur einer, der bestimmt gerne für sich, für Fanny, für seine Patienten und überhaupt für alles, was man organisieren und behüten kann: Orthopäde Robert. Anfangs dachte ich beim einen oder anderen Herrn, wo kommt ihr denn her und was macht ihr hier? Dazu gehören auch weitere Kollegen von Fanny, die ich hier namentlich noch nicht erwähnen möchte, um es spannend zu lassen. Durch so manche Äußerung oder Aktion macht man sich (un)beliebt, versucht dies, durch prollige Sprüche zu kompensieren, da schwanden für mich Sympathie und auch ein wenig die Sternchen. Im weiteren Verlauf der Geschichte, die durch die gewohnt bissig-treffenden Sprüche der Autorin gewürzt wird, bei denen man ruhig mal um die Ecke denken kann und soll, kommen bei einigen Personen ganz andere Züge zum Vorschein. Der zweite Blick und Eindruck lohnt sich durchaus, man muss nur soweit kommen. Zwar mag ich in keiner Lebenslage Versteckspiele und Hintergehen, doch ich finde, hier fügt sich doch alles recht gut zusammen, das Puzzle, das seinerzeit zerstört wurde, wurde einmal wieder aufgebaut, allerdings mit Lücken oder falschen Teilen, es musste erneut bearbeitet und zusammengesetzt werden, bis endlich alles (wieder) passt. Ob der Klinikalltag, insbesondere auf der Kardio und im Schwesternzimmer wirklich so abläuft, möchte ich lieber gar nicht wissen, ebenso merkwürdige Therapieansätze bei der Reha - besser, man erfährt es nicht. Insgesamt, mit kleinen Abzügen, weil in meinen Augen doch etwas unrealistisch, gute Unterhaltung, die von mir 4 Sterne bekommt.