Da mich bereits der erste Teil "Mika Mysteries Der Ruf des Nachtraben" begeistert hat, musste ich natürlich auch den zweiten Teil der Reihe lesen. Für all jene die keine Lust auf eine langatmige Rezension haben, sei hier gleich einmal gesagt, auch dieses Buch hat mich wieder verzückt und ich kann aus vollem Herzen eine Empfehlung aussprechen.
Im ersten Teil der Reihe durften die Leser und Leserinnen Mika durch einen langen und harten Winter des Jahres 1880 begleiten. Nun ist dieser endlich vorbei und Johan Rundberg nimmt aus noch einmal mit nach Stockholm zu Mika. Doch leider scheint auch der Frühling eine aufregende und nicht weniger harte Zeit zu werden, weder für Mika noch die anderen Kinder aus dem Waisenhaus.
Johan Rundberg knüpft relativ nahtlos an die Geschehnisse des ersten Bandes an, daher würde ich empfehlen, die Bücher wirklich in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Auch wenn die Kriminalfälle selbst im jeweiligen Band abgeschlossen werden, gibt es doch einige Nebenhandlungen, die sich durch die Bände hindurchziehen und das Hintergrundwissen aus dem ersten Teil ist, sicher von Nutzen um dieses Buch vollumfänglich verstehen und genießen zu können.
Bereits in meiner Rezension zum ersten Teil habe ich angemerkt, dass die Grundstimmung des Buches sehr düster ist und ich die Altersempfehlung des Verlages zwar angemessen finde, aber Erwachsenen empfehlen würde, das Buch vorab zu lesen bevor sie es einem Kind geben. Diese Meinung möchte ich hier noch einmal unterstreichen und hervorheben. Denn meiner Meinung nach ist dieser Teil sogar noch ein wenig düsterer und an manchen Stellen beklemmender. Manche Passagen können vor allem für sensible Kinder, die noch wenig Erfahrungen mit dieser Art von Literatur gemacht haben, eventuell zu viel sein.
Der Schreib- und Erzählstil des Autors gefällt mir sehr gut. Er hat ein Auge für Details und schafft es hervorragend Stimmungen zu transportieren und Gefühle beim Leser zu erzeugen. Dies ist sicher einer der Gründe, warum mich manche Teile des Buches so mitgenommen haben. Man spürt fast körperlich die verschiedenen Emotionen der Waisenkinder, sei es nun ihre Angst oder Verzweiflung aber auch ihre Hoffnung auf ein besseres Leben.
Nachdem ersten Band sind einige Fragen offengeblieben, diese werden in diesem Buch zwar nicht wirklich beantwortet, aber man kommt der Lösung des Rätsels wieder einen Schritt näher.
Es handelt sich hierbei wirklich um eine gelungene Fortsetzung, die die düstere Atmosphäre des ersten Bandes noch verstärkt und die Spannung hochhält. Wer Mika, so wie ich, bereits ins Herz geschlossen hat, wird auch dieses Mal nicht enttäuscht werden. Absolut empfehlenswert für alle, sowohl Kinder/Jugendliche wie auch Erwachsene, die historische Kriminalgeschichten mit Tiefgang lieben.