Kein leichtes Buch, aber sprachlich stark: Mareks Geschichte rüttelt auf, berührt und hallt lange nach.
In "Was die Zeit nicht nimmt" erzählt Marek von seiner Kindheit und Jugend in einem Umfeld, das von Enge, Härte und Unsicherheit geprägt ist. Er wächst als homosexueller Junge in einem Milieu auf, in dem Alkoholmissbrauch, finanzielle Not und gesellschaftliche Umbrüche eine große Rolle spielen. Dabei schildert er seine Eindrücke und Erfahrungen schonungslos und eindringlich.Dieses Buch ist definitiv kein leicht zu lesendes Buch. Nicht nur wegen der Themen, sondern auch wegen des besonderen Erzählstils. Ich konnte es nicht in einem Rutsch lesen, weil die Sprache sehr intensiv ist. Man hat fast das Gefühl, dass jeder Satz einen wieder wachrüttelt und die Dramatik von Mareks Erlebnissen noch deutlicher macht.Wichtig ist auch: Obwohl der Autor ebenfalls Marek heißt, handelt es sich nicht um ein autobiografisches Buch. Trotzdem wirkt die Erzählung sehr nah, ehrlich und unmittelbar. Gerade dadurch entfaltet sie eine große Kraft.Für mich ist "Was die Zeit nicht nimmt" kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Es fordert heraus, erschüttert und hallt nach. Gleichzeitig ist es sprachlich beeindruckend. Die besondere Sprache trägt sehr viel zur Wirkung des Romans bei, und ich hatte den Eindruck, dass auch der Übersetzer hier großartige Arbeit geleistet hat.