Der Beginn des Spanischen Bürgerkrieg am 17. Juli 1936 jährt heuer zum 90. Mal und ist kein Grund zum Feiern, sondern eher einer zum Innehalten, zumal diese blutigen Jahre und ihre nachfolgende Geschichte noch nicht zur Gänze aufgearbeitet worden sind. Nach wie vor gibt es Familien, die nicht wissen, in welchem der noch unbekannten Massengräbern ihre Liebsten verscharrt oder wohin ihre Kinder verschleppt worden sind.
Mir ist zwar einiges über den Spanischen Bürgerkrieg bekannt, sei es aus Sachbüchern (Uwe Wittstock, Florian Illies et al.) oder sei es aus Biografien (Carlos Collado Seidel) oder historischen Romanen (Arturo Pérez-Reverte) doch dieses Buch von Paul Ingendaay erweitert mein Wissen beträchtlich.
Nach Vorspann und Prolog gliedert Paul Ingendaay sein Buch wie folgt in vier Kapitel, die den vier Kriegsjahren entsprechen und noch in weitere Unterkapitel unterteilt sind, die einzelne Ereignisse örtlich und zeitlich genau auflisten. Dabei werden Gräueltaten auf beiden Seiten nicht ausgespart.
Eins - 1936
Zwei - 1937
Drei - 1938
Vier - 1939
Das Buch endet mit einem Epilog, der sich mit Picassos monumentalem Bild Guernica beschäftigt sowie einem Abspann, der die weiteren Lebensdaten zahlreichen Beteiligten auf beiden Seiten aufzählt. Ergänzt wird dieses umfassende Werk zum Spanischen Bürgerkrieg mit zahlreichen Fotos und Landkarten.
Der Autor verschweigt weder die abwartende Haltung Frankreichs und Großbritanniens noch Hitlers und Mussolinis Rollen bei der Unterstützung der Faschisten, die ihnen als Blaupause für den Zweiten Weltkrieg dient, den Hitler am 1. September 1939 beginnt.
Den Titel Entscheidung in Spanien finde ich recht gut gewählt, den Untertitel Der große Kampf der Literatur 1936 - 1939 weniger. Ja, es haben zahlreiche Schriftsteller wie die Manns (mit Texten von der sicheren Schweiz aus) oder vor Ort mit Waffen, Ernest Hemingway, George Orwell, OrsonWells oder Simone Weil in den internationalen Brigaden gekämpft, doch auch Journalisten und Fotografen wie Robert Capa & Gerda Taro und Martha Gellhorn haben ihren Anteil.
Das Cover gefällt mir nicht wirklich, da es auf mich viel zu friedlich wirkt und der Tragödie keine Rechnung trägt. Hier hätte ich einen blutroten Hintergrund und eine zerbombte Stadt und/oder Flugzeuge besser gefunden. Ich denke, das wurde im Verlag diskutiert.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem interessanten Buch, das den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939, das ganz unüblich aus der Sicht der Verlierer betrachtet, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.