Cover & Klappentext
Schon das Cover erinnert an eine RomCom. Mir gefällt die Umsetzung, denn es verspricht eine witzige, unterhaltsame Story.
Auch der Klappentext macht das deutlich, sodass ich unmöglich widerstehen konnte. Zudem kenne ich andere Werke der Autorin.
Meinung
Werwölfin Phoebe, angehende Schauspielerin, träumt von der Hauptrolle in der neuen Werwolf-Serie. Leider fehlt ihr dafür der passende Partner, um überhaupt zum Casting eingeladen zu werden. Da sie Single aus Prinzip ist, kann nur die beste Freundin helfen, die ihr kurzerhand einen Fake-Freund besorgt direkt aus der Hölle.
Damien ist mindestens so charmant, wie das Fegefeuer heiß ist, und geht Phoebe schnell unter die Haut. Doch kann sie ihm trauen oder plant er nur, die Weltherrschaft an sich zu reißen?
Aus der Sicht von Phoebe und Damien wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg fällt leicht, wenn man die Fehlerquote außer Acht lässt. Natürlich bleiben immer einige Kleinigkeiten zurück, was nicht schlimm ist, aber hier hat es mich wirklich gestört.
Gerade in den ersten Seiten bringt die Autorin viel Humor mit rein, inklusive Ekelfaktor, was ich megalustig fand. Auch die Monster-WG hat mir sofort gefallen.
Im weiteren Verlauf lernt man die einzelnen Charaktere besser kennen. Angefangen von dem Vampir Ash mit seiner Leseleidenschaft bis hin zu Hexe Sam, die immer für ihre beste Freundin Phoebe da ist, bis schließlich Damien die Bühne betritt. Als siebtgeborener Sohn des Höllenfürsten wurde er selbstredend witzig angelegt. Gerade sein Leben in der Hölle, das ihn einfach nur anödet, wurde herrlich beschrieben. Er machte es mir leicht, dranzubleiben, aufgrund seiner Art und seines Zwiespalts. Im Gegensatz zur Hauptprotagonistin.
Phoebe war für mich nicht so schnell greifbar, was an ihrer Ruppigkeit mit einer Portion Abweisung lag. Ihre schwer zugängliche Art mag ihre Gründe haben, die aber nicht allzu deutlich wurden. Und damit komme ich zum Hauptkritikpunkt. Obwohl die Idee wirklich interessant ist, fehlt ihr der gewisse Tiefgang. Okay, hier steht die Leichtigkeit im Vordergrund, und auch die RomCom-Vibes mögen darauf hinweisen. Aber selbst eine reine RomCom muss nicht oberflächlich sein. Hier boten sich unendlich viele Möglichkeiten, einige Punkte mehr auszubauen, anfangen von den Charakteren bis hin zu Geschehnissen, die lediglich am Rande erwähnt wurden. Darüber hätte ich hinwegsehen können, wenn der humoristische Faktor weiterhin im Vordergrund gestanden hätte. Natürlich gab es die ein oder andere Szene, die mir ein Schmunzeln entlockte, aber es blieb mir persönlich zu wenig.
Zum Glück wurde ich phasenweise gefesselt. Gerade zum Ende hin konnte ich mich dem Zauber, den diese Geschichte trotz allem besitzt, nicht mehr entziehen.
Der Schreibstil ist solide und lässt der Handlung Raum zum Atmen. Auch das Tempo wurde entsprechend der Szenen gewählt, sodass nur selten einige Längen auftraten. In der Hinsicht konnte die Story einwandfrei punkten.
Mit dem Ende, was recht abrupt eingeleitet wurde, ist die Geschichte zwischen Phoebe und Damien erzählt. Mir ging es etwas zu schnell, sodass ich das Gefühl hatte, aus der Story geschmissen zu werden. Hier besänftigt der Epilog und ein Ausschnitt zu Teil zwei, die Ash in den Fokus rückt.
Fazit
Wer eine leichte, humoristische Unterhaltung sucht, die einem den Abend versüßt, der ist hier definitiv richtig. Die Story überzeugt mit witzigen Szenen und einem ungewöhnlichen Dämon, der keiner Manipulation abgeneigt ist.
Ich vergebe drei von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.