"Nach Santiago wollte ich nie" ist ein außergewöhnlicher Reisebericht der in Potsdam und Languedoc lebenden Autorin, Journalistin und Kommunikationstrainerin Cornelia Koch.Die Autorin ist insgesamt 3.348 Kilometer gewandert. Meiner Meinung nach eine wirklich ganz unglaubliche Strecke, entsprechend gespannt war ich, was sie zu berichten hat.Mit 58 Jahren beschließt Cornelia Koch den Jakobsweg zu laufen, startet aber nicht wie so viele andere Pilger in Spanien, sondern direkt vor ihrer Haustür in Potsdam. Das bedeutet, dass sie erst einmal Deutschland und Frankreich durchqueren muss.Nach einem kurzen Vorwort, das mit einem Rückblick auf die Ereignisse, die hinter der Autorin liegen beginnt, ist das Buch ist in drei Teile - Deutschland, Frankreich & Spanien - gegliedert. Diese beginnen mit einer gezeichneten Karte des jeweiligen Landes, die den Weg der Wanderung bildhaft verdeutlicht. Cornelia Koch berichtet chronologisch und lebendig. Ihre Erlebnisse sind so vielseitig und abwechslungsreich, dass ich sie unmöglich in wenigen Sätzen zusammenfassen kann. "Ich habe die Langsamkeit neu entdeckt, das Alleinsein."Genau das kann man beim Lesen spüren. Die Autorin verändert sich während ihrer Tour, die keineswegs immer leicht war. Zeitweise hatte ich das Gefühl ihre physischen Schmerzen zu spüren und dennoch nehme ich ihre Erfahrungen positiv wahr. Sie lernt eine Menge Menschen unterschiedlichster Herkunft kennen. Erlebt Momente und sieht Dinge, von denen Daheimgebliebene nur träumen können.In der Mitte des Buches sind einige Fotos ihrer Reise abgebildet, von denen ich nur zu gerne noch mehr gesehen hätte.Wer gerne inspirierende Reiseberichte liest oder vielleicht davon träumt einmal den Jakobsweg - oder mehr - zu gehen, der kann die Erfahrungen der Autorin als Inspiration nutzen und neue Perspektiven entdecken.