Schwarzwald, 1942. Elsa ist eine Magd und lernt beim Tanzen den Soldaten Heinrich kennen. Viel Zeit zum Kennenlernen bleibt ihnen nicht. Heinrich muss bald zurück an die Front. Kurzentschlossen heiraten sie, auch um Heinrichs Tochter versorgt zu wissen. Bald schon gilt Heinrich als verschollen und Elsa verliebt sich in einen französischen Soldaten. Bretagne, Gegenwart. Alice soll bald ihren 80. Geburtstag feiern. Da sie lieber allein und zurückgezogen ist, steht ihr nicht der Sinn danach. Als sie ihrer Tochter ein lange gehütetes Geheimnis erzählt, will diese ihr helfen Frieden mit ihrer Vergangenheit zu schließen. Ein großartiger Roman, der wahre Begebenheiten mit einer fiktiven Geschichte verbindet. Eine unglaubliche Faszination geht für mich von Büchern aus der Kriegs- und Nachkriegszeit aus. Auch Astrid Lehmann hat es geschafft, mich in diese düstere Zeit zu entführen. Menschliche Schicksale, die man sich kaum vorstellen kann. Meisterlich verwebt die Autorin Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Beide Handlungsstränge haben ihren Reiz. Die Tragik in der Vergangenheit, sowie auch die Wunden in der Gegenwart. Die Sprache ist bildhaft und klar und schafft eine einzigartige Atmosphäre. Einfühlsam werden dem Leser Gefühle vermittelt, ohne jemals kitschig zu werden. Es geht um große Themen, wie Verlust, Heimat und Entwurzelung. Dieses Buch hat mich emotional unheimlich gepackt. Ich konnte es einfach nicht mehr weglegen. Auch das Nachwort ist super interessant. Wieder ein spannendes Thema, von dem ich bisher noch nichts gehört habe. Insgesamt ein feinfühliger und großartig erzählter Roman, den ihr einfach lesen müsst. In meinem Herzen bekommt er direkt einen Platz. Werde ich nie mehr vergessen.