Dieser Alpenkrimi überzeugt nicht nur mit einem spannenden Fall, sondern auch mit einer beeindruckenden Naturkulisse. Die Dolomiten sind weit mehr als nur Schauplatz sie werden zu einem festen Bestandteil der Geschichte und verleihen dem Roman eine ganz besondere Atmosphäre, wenngleich ich am Anfang ein wenig gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzukommen. Außerdem handelt es sich hier um eine Neuauflage des Buches Der Grenzgänger.
Der Fall um verstümmelte Tiere und den Mord an einer Sennerin führt Alpinpolizist Eddy Zett tief in seine eigene Vergangenheit und entwickelt sich zu einer ebenso spannenden wie emotionalen Ermittlung. Die Figur des Eddy Zett hat mir gut gefallen. Er ist kein makelloser Held, sondern ein Ermittler mit Ecken, Kanten und einer Vergangenheit, die ihn bis heute beschäftigt. Gerade diese persönliche Ebene verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht ihn zu einem glaubwürdigen Protagonisten. Auch die Zusammenarbeit mit dem italienischen Carabiniere Fredo sorgt für eine gelungene Dynamik und bringt immer wieder interessante Perspektiven in die Ermittlungen ein.
Lutz Kreutzer schreibt flüssig und versteht es, Spannung kontinuierlich aufzubauen. Die Handlung lebt nicht von reißerischer Action, sondern von einer klugen Mischung aus kriminalistischer Ermittlungsarbeit, psychologischer Spannung und den eindrucksvollen Beschreibungen der alpinen Landschaft. Man merkt, dass der Autor die Bergwelt kennt und seine Erfahrungen authentisch in die Geschichte einfließen lässt.
Das Ende ist schlüssig, spannend und rundet den Roman überzeugend ab. Für mich ist Der Dolomitenmörder ein gelungener Auftakt der neuen Reihe um Alpinpolizist Eddy Zett, der Lust auf weitere Fälle macht.