"Der Vorhang" von Ondej Hübl beschäftigt sich mit dem Leben in der kommunistischen Tschechoslowakei in den 1950-iger Jahren. Josef Kaarl`s Tochter Luise entwickelt sich politisch nicht ganz nach den Vorstellungen ihres Vaters, der ein erfolgreicher Unternehmer ist. Da kommt ihm die Werbung eines Reiseunternehmens gerade Recht. Diese bieten eine Reise in die Vergangenheit an: Die Reisenden begeben sich in ein Rollenspiel in die Zeit des Kommunismus in der Tschechoslowakei. Dies ist genau, dass was seine Tochter braucht, beschließt er und so begeben sie sich auf die Reise in die Vergangenheit. Was anfangs wirklich nach einer guten Idee und einer Lektion für Luise aussieht, kippt relativ schnell.
Die Idee zu dem Buch finde ich genial, nur die Umsetzung war für mich nicht so leicht zu lesen, ich brauchte eine ganze Weile um mit dem Schreibstil zurechtzukommen. Vieles war mir zu detailliert und ausschweifend geschrieben, sodass ich den Faden verloren habe.
Die Charaktere waren jedoch gut gezeichnet, besonders der von Josef und Luise. Der Grad zwischen dem Rollenspiel und der Realität verschwimmt beim Lesen zusehends, so konnte ich mir gut ein eigenes Bild der Situationen machen. Das Experiment droht zu scheitern, da auch die Teilnehmer nicht mehr unterscheiden können.
Das Buch ist eine kuriose Mischung aus Gesellschaftskritik, Spannungsroman und auch Satire. Durch die teilweise langatmigen Beschreibungen verlor sich die Spannung leider dann doch.
Kein leichtes Buch, aber lesenswert.