Gabriele ist nun 60 geworden und damit auch Rentnerin. Sie ist geschieden, alleinstehend und ihr Sohn studiert in einer anderen Stadt und die beiden pflegen eine distanzierte Beziehung. Eigentlich hat sich Gabriele auf die freie Zeit gefreut, doch schon nach kurzer Zeit fragt sie sich, was sie tun soll. Ihr fehlen Hobbys und ein Freundeskreis. Bislang drehte sich alles nur um die Arbeit und früher noch um ihren Sohn. Dies ändert sich, als sie durch Zufall drei Frauen kennenlernt und sie Freundinnen werden. Beim Yoga trifft sie auf Wolf, sofort springt gegenseitig der berühmte Funke über und er lädt sie zu einem Survival-Training im Wald ein. Wolf kümmert sich um Jugendliche, die auf ihrem Lebensweg falsch abgebogen sind. Gabriele sagt zu und mit ihrer besonnen Art ist sie eine große Hilfe und Unterstützung. Das Leben ist ein Geben und Nehmen, diese Erfahrung macht sie, als auch ihr Sohn in eine brenzlige Situation gerät und sie auf die Hilfe Wolfs zählen kann. Nach langer Zeit habe ich mal wieder zu einem Roman von Gaby Hauptmann gegriffen, der Klappentext sprach mich an und die Geschichte hat mich sofort in den Bann genommen. Auch weil ich im ähnlichen Alter wie die Protagonistin bin und sich somit schnell ein Gefühl der Nähe einstellte. Gaby Hauptmann hat viele sympathische Figuren geschaffen und schildert die Situation von Gabriele absolut authentisch. Die Geschichte gibt Mut und zeigt, dass auch das Rentnerdasein viele Überraschungen bereithält und das Leben noch nicht zu Ende ist. Man muss sich nur darauf einlassen und offen für neue Wege sein. Das hat die Protagonistin sehr schnell erkannt. Nicht jede/jeder von uns wäre so spontan und würde eine unbekannte Person aufnehmen, aber ich habe Frauen im Bekanntenkreis, die wie Gabriele sofort zur Tat schreiten würden. Insofern finde ich die Geschichte sehr glaubwürdig. Das Gabriele dann auch noch die Liebe ihres Lebens trifft, mag unrealistisch klingen, aber was soll ich sagen. Die Lebensuhr tickt und warum Zeit verschwenden und nicht einfach mutig sein. Der Roman überzeugt durch einen modernen und flüssigen Schreibstil, das hat Gaby Hauptmann schon sooft bewiesen und man merkt mit jeder Zeile, dass sie dieses Unterhaltungsgenre beherrscht. Viele kurze Kapitel und eine temporeiche Geschichte versprechen, dass garantiert keine Langeweile aufkommt. Lediglich mit dem Ende hadere ich ein bisschen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Ausführlichkeit gewünscht. Den Epilog fand ich sehr gewöhnungsbedürftig, der Schreibstil passt nicht zum Rest des Romans. Es beschleicht mich das Gefühl, dass schnell ein Ende hermusste. Aber sei es drum. Ich hatte eine wirklich amüsante Lesezeit und habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es ist genau die richtige Lektüre für Frauen ab 40, die dieses Genre zu schätzen wissen. Gerne vergebe ich 5 Sterne Leseempfehlung.