Ein ganz normales Wunder von Woody Brown war das erste Buch, in dem ich angefangen habe Stellen und Absätze zu markieren, die eine so hohe Bedeutung haben und zum Nachdenken angeregt haben. Dieses Buch war so vieles für mich: berührend, informativ, unterhaltend und letztendlich sicher für jeden von uns auch augenöffnend.
"Es ist, als würde man vor einer Monitorwand sitzen, und jeder einzelne Monitor zeigt etwas anderes, aber alle laufen auf voller Lautstärke." (Kapitel 1)
Der Autor selbst ist der erste nicht-sprechende autistische Absolvent der UCLA. In diesem Roman beschreibt er aus verschiedenen Sichten das Leben von Menschen mit Behinderungen. Dabei treffen wir zum Beispiel auf Walter, der ebenfalls nicht-sprechender Autist ist, Tom, der Zerebralparese hat, Carlos den Pfleger, Ann, eine aushelfende Studentin und auch auf Dave, den Leiter der Tagesstätte Upward Bound.
Dabei werden berührend die Hindernisse erwähnt, mit denen die Familien und auch die Tagesstätten konfrontiert sind. U.a. fehlende Unterstützung von Seiten des Staates teils während der Schulzeit als auch in der Collegezeit, als auch ein zu geringes Budget in den Tagesstätten für ausgebildetes Personal und Aktivitäten.
Die Familien sind größtenteils auf sich gestellt, um die Förderung zu gewährleisten, die ihre Kinder brauchen. In diesem Buch werden dabei auch die Unterschiede aufgezeigt, von Kindern, die eine längere Zeit auch Helfer in der Schule hatten, neben denen, die keinerlei Unterstützung bekommen haben, die aber teilweise auch nicht den familiären Support hatten.
Ein großer Teil waren aber auch einfach die Gedanken von z.B. Tom oder Walter, teils gelangweilt, teils frustriert, aber auch glücklich. Gerade diese Stellen fand ich total spannend und berührend, wenn ihre "Kriegermütter" erwähnt wurden oder ihre Träume.
In diesem Buch erlebt man eine ganze Reihe an Gefühlen und Stimmungen. Es ist ernst, traurig und berührend. Ein wunderbarer Roman, der einen nochmal wachrüttelt und das Bewusstsein für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe schärft. Es rückt Menschen ins Rampenlicht, die sonst oft unsichtbar bleiben. Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte!