Das Cover des Romans ist phänomenal gut gestaltet und bringt den Fokus des Buches auf den Punkt!
Eine über drei Jahre trockene Alkoholikerin, die Schauspielerin Nora Stern, wird überfallen, entführt und in einem Keller mit einem leckeren Büffet und Getränken eingesperrt. Nicht eines dieser Getränke ist alkoholfrei. Recht schnell löscht die ihren Durst und weit darüber hinaus,
Nach einigen Tagen wird sie frei gelassen, doch will ihr weiterhin jemand schaden. Fotos werden von ihr beim Einkauf von Alkohol geschossen, später versendet.
Nach dem Aufenthalt im Keller trinkt sie wieder. Ihre trockene Zeit ist beendet. Noch ahnt ihr geschiedener Ehemann zu Beginn nichts, mit dem sie einen Sorgerechtsstreit um ihre zwei kleinen Kinder führt.
Das ist die Ausgangssituation.
Da das Buch als Roman veröffentlicht wurde, war mir bewusst, dass die Suche nach dem Täter oder einer Täterin nicht den absoluten Fokus einnimmt. Die Priorisierung liegt auf dem Thema Alkohol. Nora Stern trinkt weiter, versucht es zu kaschieren, sich Hilfe zu holen und trinkt dann doch wieder.
Das wird aus ihrer Sicht in der ICH-Form mit einer häufigen schnoddrigen Ausdrucksweise erzählt. Gespickt mit Humor und sarkastischen Betrachtungen.
Obwohl ich er erkenne, so kommt es bei mir nicht an. Der Humor wirkt häufig sehr gewollt und nicht sehr passend eingesetzt. Den verwendeten Sarkasmus und die Situationsbeschreibungen empfand ich häufig als over the top.
Dennoch kann ich nachvollziehen, dass diese Stilmittel ihr Publikum finden werden. Ob die LeserInnen dazu mit dem Thema Alkoholismus Berührungen gehabt haben müssen, kann ich nicht beurteilen.
Mir fiel es schwer, die 360 Seiten zu lesen. Oft legte ich das Buch beiseite und konnte anschließend ohne Schwierigkeiten den Einstieg finden. Es forderte mich nicht heraus. Recht schnell war mir klar, wer hinter der Entführung und dieser Erziehungsmaßnahme steckte.
Das Buch endete mit einem Happy End in allen Bereichen: Auflösung, ein neuer Partner, Sorgerechtsstreit, Vergangenheit und Beruf.
Was will man mehr?
Auch hier empfand ich es als too much.