Trotz allem habe ich das Gefühl, dass der Schöpfer des Universums selbst inmitten al dessen über mich wacht (Bar Kuppershtein S. 118)
Dieses Zitat kann ich als einen roten Faden sehen, der sich durch dieses Buch zieht:
Gott bewahrte Bar, der am 7.Oktober 2023 als sehr junger Security-Angestellter auf dem Nova-Musikfestival ist und dort in die Gefangenschaft der Hamas gerät. In dem Buch erzählt Bar seine Erlebnisse in der Gefangenschaft, was er erlebte und wie er überlebte. Auch seine Mutter Juli und sein Vater Tal kommen zu Wort und schildern die Situation aus ihrer Sicht.
Nach kurzer Einleitung über seine Familiensituation erzählt Bar ausführlich, was auf dem Musikfestival geschah als die Hamas hier ihren Angriff startete. Mit Entsetzen und Tränen in den Augen las ich von den Menschen, die auf dem Gelände in eine Falle gerieten, niedergemetzelt wurden (anders kann ich das nicht ausdrücken). Mich beeindruckte es sehr, dass Bar blieb, um zu helfen, anstatt zu fliehen, was für Wunder er und viele andere Menschen hier bereits erlebten, weil sie u. a. durch ihn und sein Eingreifen überleben konnten. Das konnte nur durch Gottes Wirken so geschehen, davon bin auch ich überzeugt.
Es ging weiter mit den Erlebnissen in der Gefangenschaft, wie Bar auch hier immer wieder merkt, dass Gott eingreift, sei es, dass er und seine Mitgefangenen vor Explosionen der abgeschossenen israelischen Raketen oder der Bewahrung vor manchem aggressiven Übergriffen der Bewacher sowie davor in den Wahnsinn getrieben zu werden. Das ließ mich immer wieder neu staunen. Er selbst sagt auch hier: Inmitten der Angst und des Schreckens und inmitten des Leids wird mein Glaube sehr stark und ich spreche ständig mit Gott.
Es wird hier offen und schonungslos berichtet, was die Hamas-Bewacher Bar und seinen Gefangenen antaten, aber auch wie sie von manchen Bewachern beschützt werden vor den anderen, gewalttätigeren, wie sie zwischendrin versorgt werden und offen miteinander ins Gespräch kommen, auch über den Glauben.
Dieses Buch beschönigt nichts aber hetzt auch nicht gegen die eine oder andere Seite.
Wenn hier etwas groß gemacht wird, dann ist es der Glaube, wie er durch diese dunkelsten Erfahrungen und Erlebnisse trägt, Halt gibt und verbindet. Es beschreibt eindrücklich, dass Glaubensrituale Halt und Orientierung geben in tiefstem Leid.
Es wird hier über viele Wunder geschrieben, die für mich keine Zufälle sind, sondern mir zeigen, dass es einen Gott gibt, der Wunder tut. Dieses Buch wird keinen kalt lassen und es will nur um Verständnis für die Geiseln und ihre Angehörigen werben. Wir als Nichtbetroffene Deutsche, Europäer sollen einfach nur diese andere Sichtweise bekommen, ohne über die eine oder die andere Seite zu urteilen.
Bars Geschichte ist definitiv eine Geschichte, die mir noch länger nachging und die mich betroffen machte, aber auch Hoffnung gab, dass im größten Leid Gott da ist, hindurchhilft und -trägt.