Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich ein bestelltes Buch mit einer persönlichen Widmung des Autors erhalten habe, ein schöner und ungewöhnlicher Auftakt.
Der Krimi spielt auf Mallorca und beginnt mit einer außergewöhnlichen Mordtat. Ein Winzer wird auf makabre Weise getötet, indem sein Blut durch Rotwein ersetzt wird. Ana Banderas und Donis Nunez übernehmen die Ermittlungen und stehen vor einem rätselhaften Fall. Im Hintergrund spielt außerdem Sonia eine wichtige Rolle, eine KI, die beinahe menschliche Züge entwickelt.
Der Roman ist in viele, oft sehr kurze Kapitel mit eigenen Überschriften unterteilt, wodurch er sich angenehm lesen lässt. Gleichzeitig hatte ich stellenweise den Eindruck, als hätte der Autor kurz zuvor an einer Schreibschulung teilgenommen. Fast jede neu auftretende Person wird zunächst sehr ausführlich beschrieben, von der Kleidung bis zu einzelnen Accessoires, wobei nahezu jedes Kleidungsstück noch mit einem passenden Adjektiv versehen wird. Das betrifft nicht nur die Figuren, sondern ebenso Orte, Landschaften und viele andere Details. Das ist grundsätzlich stimmungsvoll, nimmt im ersten Teil aber etwas überhand.
Man merkt deutlich, dass Georg Torres Mallorca bestens kennt und dort zu Hause ist. Die Insel, ihre Häfen und die Landschaft wirken sehr authentisch. Dadurch gerät der eigentliche Kriminalfall anfangs allerdings etwas in den Hintergrund.
Etwa ab der Hälfte rücken die Fälle dann deutlich stärker in den Mittelpunkt und die Spannung zieht spürbar an. Die Auflösung ist geschickt angelegt. Den Täter hatte ich zwischenzeitlich zwar schon einmal im Verdacht, war dann aber wieder überzeugt, dass es eigentlich nicht sein konnte.
Alles in allem ist Rotwein im Blut ein netter Urlaubskrimi mit viel Mallorca-Flair. Besonders gelungen finde ich das Ende. Der aktuelle Fall wird sauber abgeschlossen, während der nächste Band lediglich vorbereitet wird, ganz ohne den ungeliebten Cliffhanger. So darf man durchaus gespannt auf die Fortsetzung sein.