Ein Liebespaar, das nie wirklich zusammenleben durfte und dennoch fast 70 Jahre lang in Gedanken unzertrennlich war.Wir lernen Léon und Louise als junge Erwachsene während des Ersten Weltkriegs in einem kleinen Dorf in der Normandie kennen, wo sie über das Kriegsministerium Arbeit gefunden haben. Er ist ruhig und zurückhaltend, sie forsch und voller Lebenshunger. Dennoch freunden sie sich an und erleben schließlich den ersten Kuss und die erste große Liebe. Doch ein verheerender Bombenangriff reißt das junge Glück jäh auseinander. Beide überleben wie durch ein Wunder, wachsen jedoch jahrelang in dem Glauben auf, der jeweils andere sei damals ums Leben gekommen.Erst viele Jahre später kreuzen sich ihre Wege durch einen Zufall in Paris wieder. Zu diesem Zeitpunkt ist Léon bereits verheiratet und Vater, während Louise ihr Leben allein bestreitet. Obwohl sie nie wieder voneinander loskommen, entscheidet sich jeder für sein eigenes Leben - ein gemeinsames wird es nicht geben. Und doch entsteht daraus eine zutiefst berührende Liebesgeschichte, die zwei Weltkriege und die gesamte Nachkriegszeit überdauert.Léon und Louise ist ein wunderbares Buch, das vor allem durch seine wunderschöne und kraftvolle Sprache besticht. Alex Capus beschreibt das Leben der beiden Protagonisten detailliert, aber extrem kurzweilig. Besonders fasziniert hat mich, wie geschickt und interessant er die realen historischen Ereignisse und die politische Situation der damaligen Epochen in die fiktive Geschichte einbettet.Wer einen sprachlich starken Roman mit einer großartigen, unkonventionellen Lebensgeschichte sucht, kann ich dieses Buch empfehlen.