Seit 2015 beherrscht Migration die deutsche Politik wie kein anderes Thema. Nur behandeln wir sie wie eine Einbahnstraße. Über die, die zu uns kommen, wird pausenlos gestritten. Dass zugleich jedes Jahr mittlerweile über eine Viertelmillion Deutsche ihr eigenes Land verlassen, viele davon jung und gut ausgebildet, kommt darin kaum vor. Und ihre Zahl ist zuletzt weiter gestiegen.
Alexander Steffen dreht die Debatte um. Seine These ist einfach und bewusst provokant: Die Richtigen gehen, die Falschen kommen. Er meint damit nicht Herkunft, Hautfarbe oder Pass, sondern die einzige Frage, die am Ende zählt: Will jemand hier etwas aufbauen, oder will er nur abschöpfen? Für dieses Buch hat er mit jungen Menschen gesprochen, die Deutschland den Rücken gekehrt haben. Aus ihren Geschichten und dem nüchternen Blick auf Zahlen, Studien und Analysen entsteht das Porträt eines Landes, das seinen eigenen Leistungsträgern misstraut, sie mit Steuern, Neiddebatten und staatlicher Bevormundung immer weiter abschreckt und dann verwundert ist, wenn sie ihre Koffer packen.
Steffen ist selbst Sohn eines Einwanderers und schreibt weder gegen Zuwanderung noch gegen Deutschland. Er schreibt gegen ein Land, das lieber moralisiert, als zu handeln, und zu viele Politiker ertragen muss, die sich hinter Floskeln verstecken. Trotzdem ist dieses Buch kein Abschied, sondern ein Appell. Steffen bleibt, nicht aus Naivität, sondern weil er dieses Land für zu wertvoll hält, um es kampflos denen zu überlassen, die es gerade verwalten. Dieses Buch ist deshalb nicht nur für alle, die selbst mit dem Auswandern liebäugeln, sondern ebenso für die, die verstehen wollen, warum die Besten gehen, und die dafür kämpfen wollen, dass eines Tages die Richtigen bleiben und die Falschen gehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I. Die Bilanz
Kapitel 1. Die Zahl, die alles verdeckt
Kapitel 2. Die, die gehen können
Kapitel 3. Wer nach Deutschland kommt
Kapitel 4. Die Bilanz: Die Richtigen gehen, die Falschen kommen
Teil II. Warum die Richtigen gehen
Kapitel 5. Leistung lohnt sich immer weniger
Kapitel 6. Der Staat liefert nicht mehr
Kapitel 7. Erfolg ist kein Verbrechen
Kapitel 8. Man muss aufpassen, was man sagt
Kapitel 9. Wenn das eigene Land fremd wird
Kapitel 10. Die innere Kündigung
Teil III. Damit die Richtigen bleiben
Kapitel 11. Was sofort aufhören muss
Kapitel 12. Was wieder gelten muss
Kapitel 13. Warum es sich lohnt, zu bleiben
Anmerkungen