Spannende Fortsetzung voller Intrigen, neuer Perspektiven und emotionaler Momente. Die Welt gewinnt deutlich an Tiefe.
Mit dem zweiten Band der Amani-Reihe beweist Alwyn Hamilton, dass eine Fortsetzung die Geschichte nicht nur weitererzählen, sondern auch überraschend erweitern kann. Der Einstieg verlief für mich ganz anders als erwartet: Amani ist schwer verletzt und muss sich zunächst erholen, während Jin plötzlich verschwindet. Kurz darauf gerät sie durch Verrat in die Hände des Sultans und muss im Harem ums Überleben kämpfen.Besonders gut gefallen hat mir, dass der Sultan und seine Familienmitglieder nicht einfach als eindimensionale Gegenspieler dargestellt werden. Stattdessen erhalten sie nachvollziehbare Motive und bringen viele neue Grautöne in die Geschichte. Dadurch stellt sich immer wieder die Frage, wer eigentlich auf der richtigen Seite steht - ein Aspekt, der die Handlung für mich noch spannender gemacht hat.Ein echtes Highlight waren die kurzen Zwischenkapitel aus anderen Perspektiven. Sie sorgen für Abwechslung, geben wichtige Hintergrundinformationen und treiben die Handlung geschickt voran. Vor allem die Einblicke in Amanis Vergangenheit und die Geschichte ihres Vaters haben der Welt noch mehr Tiefe verliehen. Manche Szenen waren dabei richtig emotional und haben mich sehr berührt.Die Mischung aus politischen Intrigen, Magie, Verrat und starken Charakterentwicklungen hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Für mich ist dieser zweite Band sogar noch vielschichtiger als der Auftakt und macht große Lust auf das Finale der Trilogie.