Mit Freiheitsgeld entwirft Andreas Eschbach eine faszinierende und zugleich beklemmende Vision des Deutschlands der Zukunft. Das bedingungslose Grundeinkommen ist hier Gesetz, finanziert durch ein simples Steuersystem. Doch was als soziale Errungenschaft geplant war, zeigt im Roman deutliche Risse. Die Gesellschaft ist gespalten in die Bewohner der Oasen - exklusiven Gated Communities für Wohlhabende und Berufstätige - und den Rest der Bevölkerung, der oft ohne Aufgabe dahinlebt.Der Einstieg in den Roman gestaltet sich durch die Vielzahl an Charakteren und Perspektiven zunächst etwas schwierig. Anfangs wirken die Szenen fast wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, was für eine gewisse Verwirrung sorgt und die Frage aufwirft, wie alles zusammenhängt. Doch im weiteren Verlauf verknüpft der Autor die Handlungsfäden geschickt miteinander. Besonders der Handlungsstrang um einen Polizisten, der in zwei brisanten Mordfällen ermittelt, gibt der Geschichte den nötigen Drive und hält die Spannung hoch.Eschbach nutzt das Thriller-Format meisterhaft, um die Vor- und Nachteile des Grundeinkommens aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Dabei wird deutlich, dass die menschliche Natur und politische Interessen der idealisierten Idee oft im Weg stehen. Trotz der anfänglichen Sprünge bleibt die Erzählung durch ihren Realitätssinn und die anregenden Diskussionen über unsere Zukunft extrem packend. Das Ende sorgt für ein schönes Schmunzeln und schließt die Geschichte stimmig ab. Ein Muss für Fans von realitätsnahen Dystopien.