Der neue Roman von Antonia Riepp bringt uns, wie schon so oft in ihren Romanen, nach Italien. Es ist eine Familiengeschichte in zwei Zeitebenen. Italien im 2. Weltkrieg: Rosa lebt seit ihrem 5.Lebensjahr bei den Nonnen und ist ein Waisenkind, mit 16 Jahren verlässt sie das Heim und arbeitet in der Landwirtschaft. Sie unterstützt beim Verstecken von jüdischen Kindern und Jugendlichen. Nach Kriegsende lebt sie mit ihrer kleinen Tochter Adele für einige Zeit in Rom, auf dem Weg an die Küste lernt sie einen Mann kennen, heiratet ihn und Adele wird von ihrem Mann adoptiert. Adele geht unterdessen ihren Weg, heiratet, wird Apothekerin und bekommt drei Kinder. Ihre älteste Tochter stirbt bei einem Autounfall und hinterlässt eine Teenagertochter: Paula. Paula pflegt ein gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter Adele. Wir begleiten die beiden über 20 Jahre und werden dabei den Zeitgeist der Vergangenheit und Gegenwart spüren. Das 464 Seiten starke Buch wurde von mir in einem Rutsch durchgelesen, die Geschichte hat mich von Beginn an gefesselt. Antonia Riepp versteht es einfach, ihre Leserschaft in den Bann zu ziehen. Die Stimmung Italiens wird so wunderbar sichtbar, sowohl in den Zeiten des Krieges, wie auch in den späteren Jahren. Hinzu kommen sehr sympathische Protagonistinnen. Die Wechsel zwischen den Handlungssträngen sind gut platziert und man kann der Geschichte sehr gut folgen. Von Beginn an hatte ich eine Vermutung, welche Entwicklung die Handlung nehmen wird, war jedoch dann doch über den Ausgang überrascht. Ich bin mir sicher, dass ähnliche Geheimnisse auch in anderen Familien zu finden sind, somit erscheint die Geschichte absolut authentisch. Fazit: Entscheidungen die wir treffen, sind Lebensentscheidend und hinterlassen Spuren. Egal wie es kommt, man muss sie annehmen und das beste daraus machen. Ich hatte eine gute Lesezeit und vergebe sehr gerne 5 Sterne Leseempfehlung.