Definitiv kein Sammlerstück für mich
MitDas Ding der Unmöglichkeithabe ich eines der ungewöhnlicheren Bücher gelesen, die mir in letzter Zeit begegnet sind. Vogeleier, Sammlerleidenschaft, reale historische Hintergründe, Gaming und diverse menschliche Abgründe - langweilig kann man diesem Roman nun wirklich nicht vorwerfen.Die Ausgangsidee fand ich ausgesprochen originell und gerade deshalb war ich zunächst sehr neugierig. Ich habe einiges über eine mir völlig fremde Welt gelernt, Lummen plötzlich erstaunlich interessant gefunden und nebenbei sogar noch meine Gamingkenntnisse erweitert. Bildungsauftrag also erfüllt. ;-)Womit ich wesentlich weniger gut zurechtkam, war die erstaunliche Dichte an Tragödien. Krieg, Verluste, Gewalt in zahlreichen Varianten, Vernachlässigung, Missbrauch, Bedrohungen, Unfälle, Tod und Tierleid - irgendwann fragte ich mich tatsächlich, welche Abteilung des menschlichen Elends wir eigentlich noch nicht besucht hatten. Brutale oder düstere Szenen stören mich wohldosiert nicht, aber hier schaltete mein Lesekopf irgendwann vorsorglich auf emotionalen Sicherheitsabstand.Belinda Bauer hat hier ohne Zweifel etwas Eigenwilliges, gut recherchiertes und alles andere als Beliebiges geschaffen. Mein Buch war es trotzdem nicht. Dafür nehme ich nun einiges an neuem Wissen über Eiersammler, Lummen und Gaming mit; wenn schon keine grosse Buchliebe, dann immerhin eine ziemlich aussergewöhnliche Weiterbildung.Und sollte Douglas Russell tatsächlich "ALLES" verzeihen, werde ich das wohl auch schaffen. ;-)