Ich hab Belladonna wirklich lesen wollen. Die Grundidee hat mich sofort gehabt: Tod als Figur, eine Protagonistin, die Gift berühren kann, ein düsteres Anwesen voller Geheimnisse - eigentlich genau mein Ding. Eigentlich.Aber: Ich bin mit dem Schreibstil absolut nicht warm geworden. Wirklich gar nicht. Ich habe das Buch mehrmals weggelegt und ernsthaft überlegt, es abzubrechen. Für mich war der Stil stellenweise seltsam distanziert, teilweise unnötig ausschweifend und emotional nicht da, wo er hätte sein sollen. Und das hat mir leider viel von der Wirkung genommen. In meinen Augen hat der Stil einen großen Teil der Story kaputt gemacht, obwohl so viel Potenzial da war.Was ich aber fairerweise sagen muss: Die Idee hinter allem ist richtig gut. Signa als Figur, ihre Verbindung zum Tod, das ganze Thema mit Gift, Krankheit und diesem morbiden Gothic-Feeling - das hat was. Auch die Mystery-Elemente und die Frage, wem man trauen kann, haben mich bei der Stange gehalten. Es gibt leichte Twists, die Spaß machen, und gegen Ende wird das Ganze deutlich spannender und stringenter.Gerade das letzte Drittel hat mir dann tatsächlich besser gefallen. Da kam endlich Dynamik rein, die Figuren wurden greifbarer, und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, emotional wirklich drin zu sein. Deshalb - und wirklich nur deshalb - werde ich die Reihe auch weiterlesen. Nicht, weil Belladonna mich komplett überzeugt hat, sondern weil ich hoffe, dass sich Stil und Umsetzung noch entwickeln.Mein Fazit:Ein Buch mit starker Idee, toller Atmosphäre, aber einem Schreibstil, der für mich schwer zugänglich war. Ich bin... vorsichtig neugierig auf Band zwei. ¿