Für alle leichtgläubigen Zeitgenossen: Das ist eine Fiktion, genauer: ein Fantasy-Roman über angebliche paranormale Phänomene.Wirklich verblüffend ist wieder einmal, wie schnell sich manche Menschen durch einige Wiederkäuer unter den Journalisten, die lediglich Pressemitteilungen der Verlage umdichten, verwirren lassen und auf den Zug "Fakt oder Fiktion?" aufspringen, den Autor und Verlag aufs Werbegleis gestellt hatten. Nichts an diesem Buch ist wahr. Aber offenbar verstehen das nicht alle.Inzwischen müsste es sich doch herumgesprochen haben, wie einfach es heute ist, Fälschungen herzustellen. Man kann sogar historische und inzwischen verstorbene Personen in Spielfilme täuschend echt hineinkopieren. Wenn ich mich nicht irre, passierte das zum Beispiel vor vielen Jahren bei "Forrest Gump".In diesem Buch geht es um Anton Lukusch. Er wurde 1986 als Kind vom Reaktor-Unglück in Tschernobyl überrascht. Hätte sich nicht Igor schützend über ihn geworfen, wäre er den Strahlentod gestorben. Wer spätestens bei diesem Quatsch nicht begreift, was hier los ist, dem ist nicht mehr zu helfen.Von nun an sind Anton und Igor paranormal verbunden. Sie können sich nicht schmerzfrei von einander entfernen. Außerdem entwickelt sich der kleine Anton zu einem Schachgenie. 1987 reisen die beiden Unzertrennlichen nach Deutschland, um sich von der Strahlenbelastung zu erholen und kommen dabei zur Gastfamilie Ritter, Vater Neurologe, Mutter Psychologin.Vater Ritter möchte DFG-gefördert den paranormalen Zusammenhang zwischen Anton und Igor untersuchen, was die Deutsche Forschungsgemeinschaft aber ablehnt. Bald danach muss Anton zurück in die Ukraine und wurde seither nicht mehr gesehen.Jahre später aber taucht Igor plötzlich wieder auf. Inzwischen ist der unterbelichtete Kraftprotz Schach-Großmeister. Das bringt nun Ritter junior und die ehemalige Kinderfreundin Antons ins Spiel. Sie wollen von Igor erfahren, was aus Anton geworden ist und stellen ihm nach. Damit kippt die Story völlig ins Verrückte. Ihr Ende ist heftig und kann hier natürlich nicht verraten werden.Dass dieser Fantasy-Roman so manchen Leser befremdet, weil die gut gemachten Fälschungen ihn verwirrten, kann man verstehen. Was mit prominenten Figuren verbunden wird oder amtlich aussieht, wird in Deutschland gerne geglaubt. Und wer erfolgreich veralbert wird, fühlt sich hinterher nicht besonders gut. Deshalb kann der Autor auch die negativen Rezensionen als Erfolg verbuchen, denn sie zeigen nur, dass er ziemlich erfolgreich gefälscht hat.Mir hat dieser verrückte Roman auch ein wenig Spass bereitet. Manche Rezension fand ich aber fast noch besser.