Trauerbewältigung auf eigene Art. Sehr spannend, interessant und tief berührend, in so vielen Wegen.
Sophie verliert auf einen Schlag ihren Mann, Sohn und gemeinsamen Hund. Sie kommt mit dieser neuen Welt, in der sie nun neben soll, nicht klar und da ihr das Schwimmen schon immer geholfen hat will sie innerhalb von einem Jahr die "Ocean' s Seven Challenge" bewältigen...doch wird das Linderung bringen?"Das wünsche ich niemanden, aber trotzdem ist der Tod eine universelle Wahrheit. Es wird uns alle treffen, und es ist schrecklich, wenn die Menschen so tun, als ginge sie das nichts an." (Seite 96)Ich war bei dem Titel und Cover sehr gespannt. Wie kann man durch so eine Challenge sich der Trauer stellen? Ist das möglich? Was wird mich, als Leserin, hier erwarten? Viel. Und das macht das Buch zu so einer Perle.Der Schreibstil ist atemlos, bildgewaltig, emotional, rational, voller aufgestauter Gefühle und diesen einen Weg, den es nicht gibt. Sophie verliert an dem 14. Geburtstag ihres Sohnes nicht nur ihn sondern auch ihren Mann und den gemeinsamen Hund. Sie wollten mir dem Boot Fische fangen, Sophie war aber an die Arbeit in der Agentur gebunden.Seitdem lebt sie in einer Blase. Wird angefasst als wäre sie zerbrechlich, hat keinen sicheren Hafen und blockt ab. Durch ein "Witz" bekommt sie das Sabbatical Jahr der Firma und weiss - die Ocean' s Seven Challenge ist ihr Ziel. Denn mit ihrem Sohn wollte sie eine Challenge gemeinsam bewältigen.Wir werden ein bisschen in der Zeit hin und her geworfen. Wie Sophie das Schwimmen schon als Kind geliebt hat. Das schwierige Verhältnis zu ihrer Schwester. Das nicht verstanden werden von der Familie ihres Mannes. Und eigentlich weiss Sophie doch auch nicht was richtig und was falsch ist.Trotzdem möchte sie ihre Schwägerin, ihren Schwager und einen jungen Kollegen aus der Agentur dabei haben, bei ihrer Challenge. Und durch die mediale Umsetzung auf den Social Media Kanälen erfahren immer mehr Leute von Sophie.Ich fand diese angespannte Dynamik im Team sehr gut aufgezeigt und von den verschiedenen Charakteren toll umgesetzt. Man merkt diese innere Zerrissenheit, jede/r geht hier mit anderen Vorstellungen ran, weiss aber nicht wo sein Platz sein soll. Und Sophie weiss ebenso nicht, was das Ziel sein wird, sein soll.Der Hauptaspekt liegt auf dem Durchschwimmen der sieben Ozeane. Da beschreibt die Autorin sehr bildhaftig, gewaltig die verschiedenen Schwierigkeiten des Wassers, der Umgebung, der Umstände und der Tierwelt. Gerade wenn man die Ozeane liebt kommt man hier auf jeden Fall auf seine Lesekosten.Auch ein wichtiger Aspekt - jede/r trauert anders, auf seine Weise. Und man sollte niemanden für seine Art der Trauerbewältigung verurteilen. Schweigen hingegen hilft natürlich auch in den seltensten Fällen, was hier auch eindrucksvoll veranschaulicht wird.Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht berührt, begeistert und ja, es war ein Zug um Zug durch die Ozeane. Eine Perle unter den diesjährigen Büchern die ich gerne weiterempfehlen möchte.