Viele Gewaltszenen und eine Suche nach dem Auslöser für diese Entwicklung.
Mit ihrem neuen Campermobil wollen Alice und Tom durch Kanada reisen. Aber schon bald lernen sie das scheinbare Hippiepärchen Jenny und Simon kennen, das nach wenigen Tagen die Richtung vorgibt, aber ganz anders als erwartet.Aus verschiedenen Perspektiven (jeweils am Kapitelanfang ausgewiesen) erzählt Chevy Stevens diese durchaus brutale und blutige Fahrt quer durchs Land. Warum alles so kommt, erschließt sich dem Leser - und auch Alice und Tom - erst im Laufe der Zeit, das Ende wartet dann noch mit einer gelungenen Überraschung auf. Die Figuren beschränken sich im Wesentlich auf die vier bereits genannten, die gut vorstellbar beschrieben werden, die raue Kulisse Kanadas hätte vielleicht noch eindringlicher zur Atmosphäre beitragen können. Nach dem gelungenen Beginn reihen sich etliche Gewaltszenen aneinander, wodurch ein recht düsterer Eindruck entsteht, kleine Hoffnungsschimmer werden rasch wieder zunichtegemacht. Da wäre mir der Schwerpunkt mehr auf der Gedanken- und Gefühlswelt der einzelnen Personen lieber gewesen. Der Schreibstil wiederum passt gut zum Geschehen und besticht durch seine Lebendigkeit und Bildhaftigkeit.Die wilde Fahrt im nagelneuen Campingbus könnte wohl ein wenig kürzer sein, mitreißende Lesestunden sind aber jedenfalls garantiert. Die abschließende Erklärung zum Auslöser der Gewaltspirale gelingt überzeugend. Wer belastbare Nerven hat, darf einsteigen. Titel Halt niemals an Autor Chevy StevensASIN B0FW79MJ3YSprache DeutschAusgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (464 Seiten) und HörbuchErscheinungsdatum 1. Juni 2026Verlag S. Fischer Originaltitel The HitchhikersÜbersetzer Maria Poets