Zielgerade für die Liebe von Cheyenne Blue ist eine Liebesgeschichte, die sich vom ersten Moment an warm, nahbar und emotional ehrlich anfühlt. Im Mittelpunkt stehen Shan Metz, ehrgeizige Marathonläuferin mit dem festen Blick auf die Commonwealth Games sowie Lizzie, eine gutherzige, chaotische Charity-Läuferin mit großem Herzen. Ein unglücklicher Zusammenstoß samt Koala-Kostüm stellt Shans sportliche Zukunft plötzlich infrage. Aus Schuldgefühl wird jedoch schnell Fürsorge, aus Zweckgemeinschaft Nähe, und aus zwei sehr unterschiedlichen Frauen entwickelt sich eine Beziehung, die genauso vorsichtig wie intensiv wächst.
Der Roman schafft es dabei sehr gut darzustellem, wie sensibel Cheyenne Blue mit Verletzlichkeit umgeht. Shan kämpft nicht nur mit einer Knieverletzung, sondern auch mit der Angst, alles zu verlieren, wofür sie gelebt hat. Lizzie hingegen stellt ihre eigenen Bedürfnisse oft hinten an und muss erst lernen, dass Liebe kein einseitiger Marathon ist. Ihre Dynamik wirkt dabei nie konstruiert, sondern lebendig, warm und glaubwürdig. Der Schreibstil ist zudem leicht, flüssig und bildhaft, die Dialoge natürlich und voller Charme. Humorvolle Szenen, leise Emotionen und eine schöne Portion Romantik greifen harmonisch ineinander. Besonders auch die kleinen Alltagsmomente, das Zusammenleben und die stillen Gedanken zwischen den Zeilen machen die Geschichte so greifbar. Auch die sportliche Ebene fühlt sich authentisch an und verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe. Am Ende bleibt das Gefühl, zwei starken, liebenswerten Frauen ein Stück ihres Weges begleitet zu haben mit jeder Menge Hoffen, Zweifeln, Lachen und Herzklopfen bis zur letzten Seite.
Eine herzerwärmende, gefühlvolle Queer Romance über Neuanfänge, Vertrauen und die Frage, wofür es sich wirklich zu kämpfen lohnt - flüssig erzählt und dennoch mit Nachhall.