Atmosphärisch, aber auch verwirrend
Dass Christian Kracht auch Fantasy bzw. Scifi schreiben kann, hat er bereits in seinem Buch "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" bewiesen. Mit seinem neusten Werk "Air" entführt er uns als LeserIn zuerst auf eine schottische Insel, dann nach Norwegen und in einem grellen Fiebertraum dann in eine mittelalterliche Fantasywelt. Ist es das Jenseits oder ein Paralleluniversum? Diese Frage wird (wie ein paar weitere) nicht beantwortet, darauf sollte man sich als LeserIn einstellen. Doch wer sich einlässt auf Krachts virtuos geschriebene Lektüre, der wird entführt in eine bildgewaltige Geschichte über Freundschaft, Werte und Natur. Im Buch gibt es Elemente aus Mittelalter-Epen, actionreiche Kampfszenen und gefühlvolle Dialoge, gleichzeitig aber auch wieder die für Kracht so typischen Doppeldeutigkeiten. Um das Werk etwas mehr zu verstehen und die Ebene darunter zu erkennen, werde ich es noch mehr als einmal lesen müssen. Fazit: Mit seinem eigenwilligen Schreibstil schafft Kracht hier eine ganz neue Art und unklassische Art von Scifi-Roman, mit dem vermutlich einige nicht so viel anfangen können. Doch selbst, wenn man nicht so viel mit der Geschichte anfangen kann, lohnt sich das Buch schon allein wegen der starken Atmosphäre!