Auf "Das Haus der Goldmanns" von Claudia Kaufmann war ich schon sehr gespannt, da mir der Klappentext mit dem Geheimnis um das Haus und auch in der Vergangenheit von Brittas Familie sehr zugesagt hat.Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und zugleich sehr packend. Von Beginn an gelingt es ihr, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser in ihren Bann zieht. Der Autorin gelingt es im Laufe der Geschichte auch sehr gut die unterschiedlichsten Emotionen zu vermitteln. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Hoffnung und Mitgefühl wechseln sich ab und sorgen dafür, dass die Tragik der Geschichte nach und nach ihre volle Wirkung entfaltet. Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten. In der Gegenwart begleitet man Britta und ihre Mutter Margit, die zunehmend an Demenz leidet. Parallel dazu führt die Autorin den Leser zurück in die dunkelste Zeit Deutschlands in die Zeit des Nationalsozialismus und erzählt die Geschichte von Elisabeth, der Mutter von Margit und deren Leben zu dieser Zeit. Diese unterschiedlichen Zeitebenen greifen sehr gut ineinander und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Immer wieder stellt man sich die Frage, welche Geheimnisse die Villa birgt, in der Margit lebt und wie die unterschiedlichen Perspektiven miteinander in Verbindung stehen.Die Geschichte ist gleichermaßen bewegend, traurig und fesselnd. Sie erzählt von den Auswirkungen der Vergangenheit auf einzelne Menschen und zeigt sehr gut, wie lange deren Folgen nachwirken können. Trotz der ernsten Thematik verliert der Roman nie seine Menschlichkeit und schafft es immer wieder, berührende Momente einzubauen.Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie wirken glaubwürdig und erhalten genügen Raum, um sich zu entfalten. Elisabeth mochte ich sehr gerne und ich konnte ihre Entwicklung im Roman gut nachvollziehen. Als Frau in der damaligen Zeit musste sie sich ihrem Ehemann unterordnen, um den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechend. Doch hinter ihrer äußerlichen Anpassung verbergen sich Gefühld von Machtlosigkeit, Schmerz und auch Wut. In der Gegenwart lernt man Britta und auch Margit kennen. Zu Beginn verbindet die beiden nur wenig und ihr Verhältnis wirkt distanziert und von der Vergangenheit belastet. Umso schöner empfand ich es, wie Britta nach und nach beginnt, sich ihrer Mutter anzunähern. Die Suche nach der Wahrheit über die eigene Familiengeschichte verändert nicht nur ihren Blick auf die Vergangenheit, sondern auch auf Margit. Diese sich langsam aufbauende Beziehung zwischen den beiden mochte ich sehr gerne und empfand sie als sehr ergreifend.Lediglich das Ende der Geschichte kam mir persönlich zu plötzlich und ich hätte mir zum Abschluss noch etwas mehr Zeit im Buch gewünscht. Auch hätte ich doch noch gerne etwas mehr über die Goldmanns erfahren.Insgesamt hat mir "Das Haus der Goldmanns" wirklich gut gefallen Und ich habe gerne Zeit mit diesem berührenden Familienroman, der historische Ereignisse und persönliche Schicksale verbindet, verbracht. Ich vergebe dem Buch vier Sterne und kann die Geschichte nur sehr an alle empfehlen, die Generationsromane mit Geheimnissen in der Vergangenheit und einer bewegenden Entwicklung mögen.