Hier haben wir trotz des Titels keinen Historienroman, sondern einen zeitgenössischen Roman über Ehe, Liebe, psychische Gesundheit, Identität und toxische Dynamiken im modernen New York.Die 24-jährige britische Kunststudentin Cleo lebt in New York und versucht, sich irgendwie über Wasser zu halten. Zwischen Visaproblemen, Geldsorgen und Orientierungslosigkeit lernt sie den deutlich älteren und wohlhabenden Frank kennen. Die beiden verlieben sich schnell - und heiraten impulsiv.Doch was zunächst wie eine glamouröse Liebesgeschichte wirkt, bekommt schnell Risse. Beide bringen eigene Unsicherheiten, Probleme und Erwartungen mit in die Beziehung. Gleichzeitig begleitet das Buch auch die Menschen in ihrem Umfeld und erzählt von Freundschaft, Einsamkeit, Sucht, psychischer Gesundheit und dem Wunsch, irgendwo anzukommen.Dieses Buch lebt weniger von großer Handlung, sondern viel mehr von seinen Figuren und ihren Beziehungen zueinander. Niemand ist perfekt, viele Entscheidungen sind chaotisch oder schmerzhaft und genau das wirkt unglaublich menschlich.Besonders gut gefallen hat mir, dass alle wichtigen Charaktere in den einzelnen Kapiteln eine eigene Stimme und Perspektive bekommen. Dadurch wirken die Figuren noch greifbarer, vielschichtiger und man versteht ihre Gedanken, Entscheidungen und Verletzlichkeiten deutlich besser.Außerdem mochte ich das New-York-Setting, das der Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre gibt. Dazu kommt ein moderner, kluger Schreibstil, der sich sehr angenehm lesen lässt.Man muss sich aber darauf einlassen, dass die Figuren teilweise anstrengend sind und das Buch eher beobachtet als bewertet. Für mich macht genau das einen großen Teil des Reizes aus.Ein intensiver, moderner Roman über Liebe, Selbstsuche und die Frage, ob zwei Menschen sich wirklich retten können. Nicht immer leicht aber definitiv spannend und besonders.