Das Lesen hat Konzentration erfordert, aber das war es durchaus wert
Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen. "Transatlantik" verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel. Obwohl ich mir sehr viele Notizen zu diesem Buch gemacht habe, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension beginnen soll. Ich starte mal mit dem Aufbau. Der Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil die Jahre 1919, 1845-1846 und 1998 abdeckt und das in genau dieser Reihenfolge. Der zweite Teil befasst sich mit den Jahren 1863-1889, 1929 und 1978 und der dritte Teil umfasst in einem einzigen, langen Kapitel das Jahr 2011.Der erste Teil und der Einstieg in das Buch war für mich die größte Herausforderung. Durch die Zeisprünge, die zudem nicht in chronologischer Reihenfolge waren, und die vielen Personen war ich ziemlich verwirrt und bis auf eine Ausnahme zu Beginn, ist es mir dementsprechend schwer gefallen, in die Handlung zu finden.Der zweite Teil wurde da schon um einiges besser und ich konnte mehr in die Handlung eintauchen, wobei ich mich immer konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Die ersten beiden Teile werden komplett in der dritten Person erzählt.Der dritte Teil umfasst auf knapp 80 Seiten nur noch das Jahr 2011. Hier wird plötzlich aus der Ich-Perspektive erzählt, was mich zunächst wieder verwirrt hat, da ich nicht sofort erkennen konnte, dass hier aus Sicht von Hannah erzählt wird.Da so viele Personen eine Rolle spielen, fällt es mir teilweise schwer zu sagen, wie mir die Charaktere gefallen haben. Außer beim letzten Teil, wo man wirklich das Gefühl hat, Hannah näher zu kommen, ist mir das bei den anderen Charakteren aufgrund der Masse nicht ganz so leicht gefallen.Trotz dieser Schwierigkeiten muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen und es sich gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten. Daher vergebe ich gerne vier Sterne.Da die Geschichte über mehr als 150 Jahre gespannt wird und entsprechend viele Personen und Generationen umfasst, muss man sich schon sehr auf die Handlung konzentrieren und sollte das Buch in Ruhe lesen und sich Zeit dafür nehmen.