Glattauers ¿Darum¿ zeigt die Abgründe eines scheinbar normalen Mannes ¿ leise, sarkastisch, ohne Action.
INHALTJan Haigerer arbeitet als Gerichtsjournalist und erschießt einen Menschen in einer Bar - geplant, kaltblütig, ohne Reue. Als er sich der Polizei stellt, glaubt ihm - trotz der gegen ihn sprechenden Beweise - aber niemand. Alle fragen sich, warum ein wohlsituierter, freundlicher Mensch wie Jan solch eine Tat verüben sollte - doch genau dieses Warum will er nicht preisgeben ...MEINUNGEs fällt mir schwer, meine Meinung über "Darum" von Daniel Glattauer zusammenzufassen. Warum? Darum! Die Erzählung begleitet Jan Haigerer von der Tat bis zur Urteilsverkündung und eigentlich geschieht nicht sehr viel. Und trotzdem schafft Glattauer es, einen mit viel Sarkasmus und Ironie bei der Stange zu halten. Schlussendlich möchte man ja wissen, was einen Menschen zu einer solch grausamen Tat treibt und wie weit jemand bereit ist, für seine Überzeugung zu gehen.Natürlich bekommen die Leser*innen am Ende eine Auflösung präsentiert, die irgendwie unzufriedenstellend wirkt und dennoch den Charakter des Jan Haigerer vervollständigt.FAZIT"Darum" bietet einen Einblick in die Abgründe einer gemarterten, menschlichen Seele und zeigt, dass der Schein gravierend abweichen kann vom tatsächlichen Sein. Wer Spannung oder Action erwartet, ist mit diesem Roman allerdings schlecht bedient.