Angenehm geschrieben und letztlich ein wichtiges und interessantes Thema, das toll rübergebracht wird
Unsere Ich-Erzählerin ist in ihren 50ern, geschieden, zwei erwachsene Kinder, Hund, erster ausfallender Zahn und löst sich langsam von den gesellschaftlichen Ansprüchen, die an sie gestellt werden. Mit Humor und Charme wird das Thema der romantischen Liebe und Nähe gegenüber der Liebe zu Familie, Freunden und Tieren behandelt. Dabei stellt sich für die Erzählerin heraus, dass sie einerseits froh ist, keine Ansprüche mehr an die romantische Liebe zu haben und diese auch viel Stress mitbringt, aber es manchmal auch schwer ist allein zu sein, in einer Gesellschaft, die eher darauf gepolt ist, dass man sich in Partnerschaften befindet. Langsam wird aufgebrochen, dass man nur in einer Beziehung ganz sein kann, sondern eben auch alleine sein Glück findet.Auch wenn die Erzählerin manchmal etwas pessimistisch anmutet und sich unter Druck gesetzt fühlt, umschifft sie diese Gefühle zum Ende hin erfolgreich und macht Mut, für sich selbst einzustehen und vor allem darauf zu achten, was man selbst will.Literarisch war besonders interessant, dass das Leben des Ichs mit dem der Autorin zu verschwimmen scheint und sich die Ebenen verknüpfen, hat mir gut gefallen. Ich habe nur recht lange gebraucht, um alle Figuren auseinander zu halten, da manche recht nebensächlich mal kurz auftauchen und später erst wieder erwähnt werden, wo ich sie schon vergessen hatte.