Christine arbeitet 1908 in Dresden als Therapeutin im weltbekannten Sanatorium Lahmann. Dabei sieht sie, wie feine Damen in ihren engen Korsetts reihenweise in Ohnmacht fallen. Dies bringt Christine eine weltverändernde Idee, den ersten Büstenhalter. Doch die ersten Modelle, die aus zusammengenähten Stofftaschentüchern und Hosenträgern bestehen, finden erst einmal wenig Anklang in der feinen Gesellschaft. Aber Christine hat zum Glück die besten Freundinnen, Julia, Lotta und Amalie, die sie bei der Weiterentwicklung unterstützen. Sie leben gemeinsam in einem Wohnhaus und befeuern sich gegenseitig beim Ausprobieren und Tüfteln an neuen Ideen. Darüber hinaus geben sie Christine Halt, besonders als sie den charmanten Franz im Sanatorium kennen lernt, jedoch ist er in Begleitung von Johanna unterwegs.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und nimmt den Leser mit in das Dresden des Jahres 1908. Man bekommt einen Einblick in die damalige Zeit, v.a. auch die Gesellschaft. Das Ganze ist authentisch dargestellt.
Die Figuren sind sehr verschieden und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Mir gefällt besonders wie die Frauen für ihre Erfindungen kämpfen, aber auch für ihre Recht und ihre Stellung in der Gesellschaft. Dabei wird die Geschichte aus der Sicht von Christine, Julia und Lotta erzählt, sodass man auch die Gefühle und Gedanken aus verschiedenen Blickwinkeln mitbekommt.
Durch die wechselnden Perspektiven und weitere Personen, die im Laufe des Buchs auftauchen und eine gewisse Rolle übernehmen, wird Spannung aufgebaut. Man möchte als Leser immer wissen, wie es mit der Erfindung weitergeht, aber auch den Figuren.
Insgesamt ist die Geschichte in sich rund und das Nachwort bietet auch Informationen über den realen Hintergrund. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weshalb es dafür eine definitive Leseempfehlung von mir gibt.