Zu "Zimmer 706" fehlen mir ein bisschen die Worte. Es war auf keinen Fall schlecht, ganz im Gegenteil. Und dennoch war es ganz anders, als ich aufgrund des Klappentetxts erwartet hatte. Der Klappentext verspricht eine Geschichte mit Adrenalin, Atem-Anhalten und Mitfiebern. Wenn ihr das also erwarten solltet, ist das nicht eure Geschichte. Viel mehr lesen wir hier ein Beziehungsportrait und die Gedanken einer Mutter, die sich in ihrem Alltag gefangen fühlt und eine Affäre führt. In einer Extremsituation lässt sie ihr Leben und vor allem ihre Beziehung mit ihrem Mann Revue passieren und wir erfahren viel über ihre Beweggründe, viel, was ich nicht verstehen und nachvollziehen konnte und trotzdem fand ich es spannend zu lesen und war fasziniert von Kates Gedanken.Ich habe in diesem Buch keine Charaktere gefunden, mit denen ich sympathisieren konnte. Trotzdem habe ich mit Kate mitgefühlt. Dadurch, dass ich unzensierte Einblicke in ihr Innenleben bekommen habe, konnte ich sie irgendwie verstehen, auch wenn ich viele ihrer Entscheidungen nicht nachvollziehbar waren. Das Buch klingt erst mal deutlich "spannender", als es letztendlich ist. In die Geiselnahme bekommen wir als Leser nur bruchstückhaft Einblicke, sie ist tatsächlich nur eine Randstory, ein Grund für Kate, ihr Leben zu überdenken. Das fand ich nicht schlimm, aber natürlich hatte ich mir was anderes gewünscht, weshalb das Buch hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Das Buch hat mich mit vielen Fragen zurückgelassen. Vor allem das Ende lädt zum Grübeln ein. Irgendwie hat mir das Gefallen, es hat einfach zur Geschichte gepasst. Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, wenn ihr characterdriven Stories lest und Lust auf eine etwas andere, kompliziertere, vielleicht auch realere (?) Liebesgeschichte habt. 4 ¿¿