Ich fand das Buch keinesfalls schlecht, aber ich fand das Ungleichgewicht zwischen Weston und Sklyar nicht prickelnd.
Mit "Wild Eyes" sind wir zurück in Rose Hill, denn es ist der zweite Band von Elsie Silver, der in der kleinen kanadischen Stadt spielt. Da ich den Einstieg zeitlich verpasst habe, hole ich weiterhin via Hörbuch auf.Ich hatte Aileen Wrozyna und Tiziano Renz im Ohr. Sie kenne ich bereits, habe mich aber nochmal kurz vergewissert, was sie sonst so spricht und ich hatte es richtig vom Gefühl her vermerkt, dass ich ihre Stimme eher jünger empfinde. So war der Kontrast zu Renz' Weston doch größer. Ich hätte also vermutlich eine andere Frauenstimme gewählt, aber das ist Geschmackssache. Irgendwann war sie für mich natürlich die Verkörperung von Skylar und es passte. Renz bin ich bis dato noch nicht begegnet, aber er hat eine Stimme, die für mich definitiv gepasst hat.Inhaltlich muss ich sagen, dass ich für mich ganz klare Kritikpunkte habe, die ich auch erstmal loswerden will. Die hängen auch alle ein wenig zusammen, denn in meinem Empfinden war dieser zweite Band die Geschichte von Skylar und Weston war hübsches Beiwerk und das kann ich nicht gut leiden, wenn ich zwei Perspektiven habe. Dabei kannten wir ihn schon durch Band 1, jedenfalls aus den Augen seiner Schwester und seines besten Freundes heraus. Also wäre es doch ideal gewesen, ihm nun mehr Hintergrund zu verschaffen. Aber sein einziger Job war es, ein guter Vater zu sein und Skylar anzuhimmeln und zu beschützen. Das war mir leider zu einseitig. Gegen Skylars Geschichte habe ich nichts. Ich fand es sogar mal zur Abwechslung frisch, dass wir einen Popstar haben, der nicht in einer Sinnkrise ist, sondern der nur als Marionette agiert hat und noch gar nicht das Potenzial erreicht hat, wozu er fähig ist. Wie sich Skylar als technisch modifizierte Stimme hin zu eine Singer-Songwriterin entwickelt hat, das fand ich toll. Aber es war letztlich zu dominant, weil Weston keine Geschichte hat. Mit seiner Ex ist alles top. Mit den Kindern gibt es keine Probleme, weil auch der Sohn mit Skylar sofort aufblüht. Da war einfach nichts.Das hat dann auch dazu geführt, dass der Bowling-Club der Single-Dads völlig untergegangen ist. Er war in Band 1 so eine charmante Konstante, weswegen es schade war, hier nur noch die geringstmögliche Dosis zu erhalten. Wir erhalten zwar einiges an Andeutungen für die kommenden Bände und darauf freue ich mich auch, aber da hätte es definitiv mehr sein müssen. Aber nach diesem Meckern möchte ich jetzt natürlich betonen, dass ich die Liebesgeschichte dennoch fühlen konnte. Es gab tolle Momente zwischen den beiden, da habe ich gut mitgefühlt. Ich fand auch, dass sich die Kinderthematik wieder toll ausspielt, vor allem vor dem Hintergrund, wie sich Skylar in einer neuen Rolle einfindet. Auch die Unterschiede der beiden Kinder waren sehr wichtig, für beide Rollen. Westons Gefühle, wenn Mamawoche ist, kamen auch toll rüber. Das waren alles Themenblöcke, in denen ich sehr mitfühlen konnte. Wie relativ oft waren mir die intimen Szenen etwas zu wild, das kommt als Hörbuch auch nochmal anders rüber, als wenn man es liest.Fazit: "Wild Eyes" war keinesfalls schlecht, aber weil ich weiß, was Elsie Silver drauf hat, muss ich an dieser Stelle meckern, denn das Ungleichgewicht zwischen Skylar und Weston war für mich zu eklatant. Also gut zu lesen/hören, aber die Geschichte hätte noch viel besser sein können.