Es ist schon einige Zeit her, dass ich Franziska Franz' Frankfurt-Krimi "Blutmain" gelesen habe, ich kann mich aber noch ganz gut erinnern. Da ich selbst lange Zeit in Frankfurt gelebt habe, zwar, ohne die Stadt wirklich zu lieben, konnte ich recht viel mit dem Lokalkolorit anfangen. Auch das Cover ist sehr schön gewählt, ja, so schön kann sogar Frankfurt aussehen!Der Fall selbst ist spannend und gut ermittelt. Die Ermittlerin hat einen reichlich schrägen Namen, der nicht hätte sein müssen. Wer heißt schon "Senkrecht"? Außer ihrem Namen hat mir aber alles an der Ermittlerin gefallen. Der Krimi entwickelt sich von der ersten Seite an spannend, erst langsamer, dann schneller. Man darf mit raten und später gespannt sein, wie der Täter zur Strecke gebracht wird. Die Szenen, in denen das Blut die Hauptrolle spielt, könnte man sich hier aber auch sparen oder anders beschreiben. Diese braucht ein Kriminalroman nicht. Einblicke in die Tragik der Welt der Reichen und die Vielschichtigkeit der Charaktere sind sehr gut gezeichnet und auch sehr authentisch. Franziska Franz zeigt eine Welt, in der sie sich sehr gut auszukennen scheint, eine Welt, die sich mir alles andere als erstrebenswert zeigt. "Blutmain" ist ein gelungener Kriminalroman mit ein paar Schwächen. Weitere Bände würde ich dennoch gern lesen.