"Wir müssen die Sprache der Macht lernen!"
so der Kanzler, denn: "Die Welt entwickelt sich in eine für uns schwierige Lage einer Ordnung großer Mächte." Und da muss Deutschland auf jeden Fall mit dabei sein - bei den weltpolitischen Machernationen, die fähig sind, andere Staaten mit Gewalt zu nötigen, ihr nationales Wollen an auswärtigen Ansprüchen auszurichten. Da muss Deutschland nichts lernen, dafür muss es sich wappnen. So , handlungsfähig' werden, wie es ihm die , großen Mächte' vorgeben: also Kriegsfähigkeit herstellen, die gerade denen Respekt abnötigt - und das nicht erst morgen oder übermorgen, sondern heute, bei den Kriegs- und Friedensszenarien, die auf der Tagesordnung stehen. Da gibt es viel zu tun:
Gegen Russland ist es immerhin gelungen, die Ukraine bis zur Selbstzerstörung mit unseren Waffen einen verlustreichen Abnutzungskrieg gegen den Kreml führen zu lassen - wenn auch jetzt dummerweise ohne die Hilfe der USA. Das ist , unser Krieg', denn da geht es um europäische Vormacht gegen den Kreml, der bekanntlich nur diese Sprache versteht. Das erfordert kriegsfähige gemeinsame europäische Rüstungsanstrengungen und endlich ein Kommando innerhalb Europas, das , mit einer Stimme', einer deutschen selbstverständlich, spricht. . .
Im Nahen Osten machen die USA mit ihrer , Sprache der Gewalt' gegen den Iran vor, was heutzutage , Frieden stiften' heißt: Nicht nur offen erpresserischer Einsatz der Wirtschaftsmacht, sondern , militärische Sonderaktionen', die mit konkurrenzlos überlegener Gewalt durchgezogen werden, wo der Iran mit seiner nationalen Machtambition Amerika herausfordert; und Kapitulationsverhandlungen unter der Drohung, jederzeit mehr ökonomisch drangsalieren und militärisch zuschlagen zu können, wenn der Iran nicht aufgibt. Daneben leistet Israel seinen kriegerischen Beitrag, das von den USA freigesetzt gegen seinen Hauptfeind mitbomben durfte, und jetzt im Kampf gegen Irans Helfershelfer-Milizen nach Gaza große Teile des Libanon als Hisbollah-Rattennest , säubert', d. h. zunehmend zu einer Art zweites Gaza kaputt bombt und vorwärtsbesetzt. . . Das ist, so der Kanzler, , nicht unser Krieg'. Warum? Wir sind nicht gefragt worden, hätten Nein gesagt, vermissen die Strategie. So die ebenso anspruchsvolle wie zynische Auskunft beanspruchter deutscher Mitzuständigkeit. Also auch dieser Krieg ein Auftrag, für mehr deutsches Gewicht zu sorgen - für ein Deutschland, das zu einer echten Groß- und europäischen Führungsmacht aufwächst.
Ein dringlicher Auftrag auch nach innen. Denn dafür braucht es mehr Rüstung, was die auch kosten möge; eine nationale Rüstungsindustrie; überhaupt ein ungebremstes Wirtschaftswachstum; also Reformen, die die nationale Wirtschaft produktiver und dafür vor allem das Arbeitsvolk billiger und mobiler machen. Und für eine solche , gemeinsame Kraftanstrengung' braucht es wiederum nationale Geschlossenheit statt ungebetener Einwanderung des auswärtigen Elends in unsere Sozialsysteme. Kurz: Systematische Verarmung und gehässiger Nationalismus für ein machtvolles Deutschland. Prompt vermissen die Regierenden und die mitfühlende Öffentlichkeit bei diesem Aufbruch die Aufbruchstimmung, den , Optimismus' - denn statt der Regierenden kriegt ausgerechnet die rechte Opposition der AfD Zulauf, die ausgerechnet in diesem imperialistischen Aufbruchsprogramm lauter Verrat am heiligen Egoismus der Nation entdeckt.
Inhaltsverzeichnis
GegenStandpunkt 2-26
Christlich-sozial-demokratisches Update für Deutschlands Staatsräson
Die Sprache der Macht lernen!
Willkommen in der Welt des MAGA-Imperialismus
Frieden durch Krieg im Nahen Osten
Der Überfall der USA auf den Iran
Eine traditionelle Feindschaft und ein historisch bewährtes Feindbild
Eine Abrechnung mit der jüngeren Tradition amerikanischer Iran-Feindschaft
Ein Krieg, der sein Ziel schon am ersten Tag erreicht
Der iranische Gegenkrieg schädigt die USA vor Ort wie in der amerikanischen Volksmeinung
Trumps Antwort (I) eine umso entschiedenere Erfolgsmeldung im Innern
Trumps Antwort (II) ein souveränes Wechselspiel aus Kriegsdrohungen und diplomatischen Annäherungen
Israels Abrechnung mit Iran
Israels Kriegsgrund und -zweck
Kriegsgegner Islamische Republik
Existenz- und Kriegsgrund Irans: Antiamerikanismus, schiitisch
Die Verwirklichung des islamischen Antiamerikanismus durch schiitischen Nationalkapitalismus und theokratische Demokratie mit atomar potentem Regionalmachtstatus
Eine moderne Staatsmacht unter Dauervorbehalt ihres Obersten Führers gestellt
Ein moderner Kapitalismus schiitisch auf nationale Selbstbehauptung getrimmt
Eine regional bedeutende Staatsmacht für die Befreiung der großen Gemeinde der Gläubigen
Die Atomwaffe: Die notwendige und notwendig widersprüchliche Rückversicherung für Antiimperialismus im Namen Gottes
Nebenfront Libanon
Die vier Parteien des Krieges im Libanon
Israel
USA
Iran
Hisbollah
Die fünfte Partei: Die Regierung Aoun in Beirut
Der wunderbare Waffenstillstand ein Freibrief zur Vernichtung der Hisbollah
Schönheiten der globalen Marktwirtschaft, heute: Der Iran-Krieg und die Energiepreise
I. Chancen und Risiken eines Bombenkriegs im Nahen Osten
II. Deutschland kämpft gegen zu hohe Energiepreise
Trumps Krieg gegen den Iran und wir
Von der deutschen Schwierigkeit, einen Krieg zu kritisieren, der gar nicht recht ist
Reformen
Die Regierung macht ihr Volk flott
Ein paar Etappen des sozialstaatlichen Reformprogramms
Die einzig verbleibende Frage: Liefert die Regierung?
Dobrindts Migrationswende
Klarstellungen zu ein paar Grundprinzipien demokratisch-rechtsstaatlicher Migrationspolitik
I. Fernhalten
II. Abschieben
III. Integrieren
IV. Die politische Debatte: Wie entschlossen und glaubwürdig ist Deutschlands Abschiebepolitik?
Landtagswahlen im Südwesten
AfD-Wahlkämpfer hassen diesen Trick!
Machtwechsel in Bolivien
Von der Bewegung zum Sozialismus zum Kapitalismus für alle
I. Die politökonomischen Verhältnisse in Bolivien
II. Das Erneuerungsprogramm des MAS unter Evo Morales
Eine neu verfasste Staatsgewalt, ein neu aufgestelltes Volk
. . . und ein sozialistischer Extraktivismus zur Entwicklung der Nation
Das Agrarwesen ein ewiger Gegensatz und seine neue Handhabung durch den MAS
Das Lithium-Geschäft: Anstrengungen, die Einkünfte des Staates solider und unabhängiger zu machen
III. Hochzeit und Abgang des MAS-Staatsprogramms
Der ökonomische Fortschritt: Ein Rohstoff-Geldsegen mit viel informellem Wachstum
Der Fluch eines Rohstoffhaushalts
Die Rettung der Staatsfinanzen als Bedingung der Möglichkeit fortschrittlicher Politik
IV. Die politische Krise
Der Zerfall des MAS und der Verlust der Regierungsmacht
Ein neuer Mann und Prediger eines Kapitalismus für alle
V. Die fortschrittliche Leistung der Bewegung zum Sozialismus
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