hübsche, atmosphärische Illustrationen, eine stimmige Geschichte über Kinderfreundschaft und schwedisches Inselleben
"Ein Sommer auf Kullerö" hat mir insgesamt gut gefallen. Die Geschichte vermittelt kindgerecht eine schwedische sommerliche Atmosphäre und verbindet eine realistisch erzählte Geschichte mit märchenhaften Elementen wie dem Baumtroll, der Briefe beantwortet und damit eine Prise Magie in das Geschehen bringt. Auch die witzigen erfundenen Wörter wie "fellwarmweich", "Mückenmist" oder "trollbaumblattgrün" haben mich zum Schmunzeln gebracht. Ein Lied und ein Freundschaftsschwur in Reimform sorgen zusätzlich für Abwechslung im Text.Gut fand ich, dass die neu zugezogene Familie nicht von allen Inselbewohnern mit offenen Armen empfangen wird. Neben neugieriger Anteilnahme begegnen ihr auch Skepsis und Ablehnung. Dadurch wirkt das Zusammenleben auf der Insel nicht nur idyllisch, sondern bekommt eine realistischere und etwas konfliktreichere Seite, die sich für die kleinen Leserinnen und Leser jedoch gut auflöst.Besonders gelungen ist für mich die Gestaltung des Buches. Das Layout ist sehr hübsch, und die zahlreichen Illustrationen der österreichischen Illustratorin Verena Wugeditsch zaubern eine stimmungsvolle Atmosphäre des sommerlichen schwedischen Insellebens. Ein willkommender Zusatz ist außerdem das Rezept für Blaubeerpfannkuchen im Anhang, passend zur Geschichte.Etwas kritisch sehe ich allerdings, dass sich die deutsche Autorin meiner Meinung nach etwas zu großzügig an Astrid Lindgrens Klassiker "Wir Kinder aus Bullerbü" bedient hat. Die Parallelen sind teilweise recht deutlich. Das hat meinen insgesamt positiven Eindruck jedoch nicht völlig getrübt.Ich würde das Buch besonders zum Vorlesen für Kinder ab etwa fünf Jahren empfehlen. Zum Selberlesen eignet es sich meiner Einschätzung nach ab ungefähr neun Jahren. Insgesamt ist "Ein Sommer auf Kullerö" ein liebevoll gestaltetes, unterhaltsames Kinderbuch mit viel Sommerstimmung, Humor und einem Hauch Märchenmagie.