"Blind Date im Heu" ist der zweite Band um die Dorfpolizistin Marie Unterholzer aus dem verschlafenen österreichischen Provinznest Marienschlag.Der erste Band "Her mit der Marie" war ein ordentlich konstruierter Krimi, wenn ich auch Klamauk und "österreichischer Schmäh" deutlich übertrieben fand. Ich war deshalb sehr gespannt, welche Richtung der Autor diesmal einschlagen würde - Krimi oder Comedy?Die Antwort findet man bereits in der Story. Ein kleiner Regionalsender strebt nach landesweiter Beachtung, wofür er eine neue Datingshow konzipiert hatte. Ein Kandidat soll sich, zunächst "blind", in mehreren Runden für eine von sechs Kandidatinnen für ein Blind Date entscheiden. Als Ort des Geschehens bekam Marienschlag, unter Mithilfe des manipulativen, ehrgeizigen Bürgermeister, den Zuschlag. Als kurz vor dem Serienstart, während der Kandidatenvorstellung, der vorgesehene Kandidat, ein regional bekannter Bobybuilder, ermordet wird, ist die Aufregung groß. Die Show soll aber trotzdem starten, also musste schnell Ersatz gefunden werden. Als ein verheiratete Rentner in den 70ern als Kandidat installiert wird, war für mich klar, dass das kein Krimi, sondern Klamauk werden würde. Daran ändert sich auch nichts, dass sich ein zweiter Mord ereignet. Diesmal ist der Krimi, leider nur noch Beiwerk, nicht sauber konstruiert und die Lösung kommt extrem konstruiert aus dem Nichts. Das reicht mir auch für eine Krimikomödie nicht. Aber der Autor ist wirklich stark in Atmosphäre und Bildsprache und wenn man mit dem sprachlichen Schmäh klar kommt, hat man ein vergnügliches Leseerlebnis vor sich. So komme ich insgesamt auf 3*.