Nach dem Fund einer toten Camping-Mitarbeiterin in Neuharlingersiel scheint für viele schnell klar zu sein, wie die Geschichte klingen soll: ein tragischer Vorfall, eine unglückliche Nacht, keine weiteren Fragen. Doch Lokaljournalistin Rike Bastian spürt früh, dass hinter der offiziellen Ruhe etwas nicht stimmt. Ein verschwundenes Handy, interne Vermerke, verborgene Wege hinter dem Platz und Menschen, die offenbar da sind, ohne je wirklich auftauchen zu dürfen, führen sie immer tiefer in die Rückseiten eines Ortes, der um jeden Preis funktionieren will. Je weiter Rike gräbt, desto deutlicher zeigt sich, dass es nicht nur um einen einzelnen Todesfall geht. Hinter der gepflegten Fassade des Ferienortes ist ein System aus Improvisation, Verschweigen und stillschweigender Gewöhnung entstanden - genährt von Wohnraummangel, Saisonstress und dem verzweifelten Wunsch, Probleme aus dem sichtbaren Bild zu halten. Als Rike erkennt, dass das Opfer kurz davorstand, einer jungen Frau mit Kind aus genau diesem Geflecht zu helfen, wird aus ihrer Recherche ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn je größer die Wahrheit wird, desto entschlossener versuchen andere, sie wieder verschwinden zu lassen. Sturmküste erzählt von einem Küstenort, der sich selbst als heile Urlaubswelt begreift, während hinter seinen Zäunen längst andere Regeln gelten. Atmosphärisch dicht, hochaktuell und mit einer Journalistin im Zentrum, die schneller an die Wahrheit gerät, als es vielen lieb ist.