Ein Krimi mit einem eher ungewöhnlichen Ende, das mich teilweise sprachlos zurückließ. Die beiden Hauptfiguren Kristina Herbich und Konrad Breuer versuchen, ihr Berufsleben über die privaten Bedürfnisse zu stellen. Beide verbindet die Problematik vieler Ermittlerinnen und Ermittler: Wirklich Zeit für eine Beziehung bleibt bei all dem Stress oft nicht. Kristina wirkt etwas aufgeschlossener als Breuer, der eher in sich gekehrt ist. Doch im Laufe der Ermittlungen taut auch er ein Stück weit auf. Das Setting ist mit leichten, eher dunklen Elementen versehen, da es sich um eine tragische Geschichte handelt. Die vielen verschiedenen Nebenfiguren sind gut gewählt und ausgearbeitet, und ich fieberte bei zweien besonders mit. Besonders gut gefallen hat mir eine Sequenz im ersten Teil der Erzählung, die ich sehr atmosphärisch fand, die ich hier aber nicht spoilern möchte. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar. Die Spannung des Romans baut sich in verschiedenen Passagen stetig auf und entwickelt sich bis zum Ende weiter. Dieses Ende ist überraschend, und ich wäre darauf niemals gekommen. Die Tragik der gesamten Geschichte passt jedoch sehr gut zur Erzählung im Ganzen. Ein gut konstruierter Krimi mit einem schwierigen Thema und einer Tragik, die mich überzeugt hat.