Ulysses erzählt die Begebenheiten des 16. Juni 1904 in Dublin in 18 Episoden, die die Wege des Anzeigenakquisiteurs Leopold Bloom, des jungen Intellektuellen Stephen Dedalus und der Sängerin Molly Bloom kreuzen. In enger topographischer Präzision und radikaler stilistischer Vielfalt-vom Bewusstseinsstrom über Zeitungsrubriken und Parodie bis zum katechetischen Frage-Antwort-Schema und Bühnentext-rekodiert Joyce Homers Odyssee als Großstadtepos der Moderne. Sprache, Körper, Begehren, Religion und Nation werden als ineinander verschlungene Systeme sichtbar; das Banale gewinnt epische Spannweite, während intertextuelle Echos und formale Experimente die Wahrnehmung des Lesers fortwährend neu schärfen. James Joyce (1882-1941), in Dublin geboren und jesuitisch geprägt, emigrierte 1904 mit Nora Barnacle und lebte in Triest, Zürich und Paris. Seine Mehrsprachigkeit, das Arbeiten als Sprachlehrer, wiederkehrende Augenleiden und die Exilerfahrung beförderten eine Poetik, die Präzision mit kühner Innovation verbindet. Nach Dubliners und A Portrait of the Artist as a Young Man entstand Ulysses zunächst als Zeitschriftenfortsetzung, begleitet von Zensur- und Obszönitätsprozessen. Joyce zielte darauf, das soziale, sprachliche und geistige Gefüge seiner Heimatstadt in einer mythisch strukturierten Form dauerhaft zu bewahren. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die intellektuelle Herausforderung mit erzählerischer Vitalität suchen. Mit Geduld, Anmerkungen und Stadtplänen erschließt sich ein Werk von Witz und Wärme, das moderne Identität, Urbanität und Erzählform grundlegend neu denkt und noch heute reich belohnt.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.