Ganz tolle Gedanken und Denkanstöße ¿
¿ Ü B E R D A S B U C H "Wenn du wüsstest, dass deine Tage gezählt wären, würdest du noch einmal ans Meer fahren?" ¿ Wichtig: Es handelt sich um keinen Roman, sondern ein Essay, den Unterschied habe ich euch in den Slides kurz erläutert. Das Buch handelt von weitaus mehr als nur die Sportart des Schwimmens. Scheiber schreibt über das eigene Körpergefühl, über gesellschaftliche Erwartungen, das Körperbild in sozialen Medien, die Aussagekraft von Bademode, die Furcht vor offenen Gewässern, die Barrierefreiheit von Badestätten, Schwimmen als Leistungssport und und und ... Die Autorin berichtet von ihren eigenen Erfahrungen, die sie mit dem Schwimmen gemacht hat: von der anfänglichen Angst ins Schwimmbad zu gehen, aufgrund von Unsicherheiten mit dem eigenen Körper, bis hin zur Findung der eigenen Schwimmroutine, die sich gut an ihren Alltag anpasst und für sie wohltuende Effekte für Kopf und Seele mitbringt. Insgesamt stellt die Autorin mehrere Fragestellungen, zu welchen sie ihre Gedanken offenbart, ohne diese abschließend zu beantworten - das überlässt sie dem Leser selbst. ¿ Teilweise stellt sie Fragen, über die ich, obwohl ich schon seit dem Kindesalter (gelegentlich) schwimme, noch nie nachgedacht habe und setzt Denkanstöße, die nachwirken und die ich künftig im Freibad oder am Badesee im Kopf haben werde. Was mir besonders gut gefallen hat war der ermutigende Aspekt, der sich durch das Essay gezogen hat. Die Autorin hebt hervor, dass jeder Mensch seine Problemzonen hat und fordert dazu auf, die Person dahinter wahrzunehmen, anstatt nur auf das Äußere zu achten. Außerdem ruft sie dazu auf, die Funktionen und Fähigkeiten des Körpers in den Vordergrund zu stellen, nämlich dass er es einem erlaubt den Alltag zu meistern, dich trägt und von A nach B bringt. Pluspunkte gibt's auf jedenfalls für die tolle Gestaltung des Buches und das Lesebändchen. Aber auch für die kleinen Zeichnungen im Text und die süßen Gedichte ¿ Mein einziger klitzekleiner Kritikpunkt: aufgrund der geringen Seitenzahl (144 Seiten) wurden die meisten Themen nur oberflächlich angeschnitten, an manchen Stellen hätte ich gerne ein bisschen mehr Tiefe gehabt. ¿¿ F A Z I T Auch wenn ich nicht immer zustimme, hat mir das Essay spannende Gedanken und Ansätze der Autorin näher gebracht, die in Form von kleinen Anekdoten und Kurzgeschichten erzählt sind, aber auch durch wissenschaftliche Studien belegt und mit kurzen Gedichten ausgeschmückt wurden ¿