Gelungene Reihenfortsetzung mit hoher Spannung - eine schöne Lektüre, um sich aus dem tristen Winter in den französischen Sommer zu träumen.
Maximilian Rosar, alias Jean-Claude Vinet, hat seine Reihe um Commissaire Chevalier 2024 mit dem 2. Band "Mörderisches La Rochelle" gelungen fortgesetzt. Diesmal wird er aus dem Urlaub zurückgerufen, um einen brutalen Dreifachmord aufzuklären. Wie schon der 1. Band "Tod in La Rochelle" entführt uns auch dieses Buch an die Atlantikküste und bezaubert mit französischen Flair. Vinet versteht es großartig, die Landschaft zu beschreiben, die französischen Gewohnheiten, die Küche; er lässt französische Redensarten einfließen - und so kommt schnell ein Urlaubsfeeling auf. Genau wir Clément Chevalier bewegt sich die Leserschaft somit zwischen dem wohligen Strandleben und der Aufklärung eines blutigen Verbrechens. Der Spannungsbogen ist hoch und bietet mit gelungenen Plot Twists eine gute Unterhaltung. Es darf mitgerätselt werden. Dass dabei manches Mal nicht nach Vorschrift gearbeitet wird, kann ich in einem Krimi gut verschmerzen. Es ist ja keine Reportage.Interessant, wenn auch klischeehaft, sind auch die Einblicke in die französische Gesellschaft. Ich kann nicht beurteilen, in wieweit dies der Realität entspricht.Durch die persönlichen Erlebnisse des Kommissars, seiner Familie und seiner Kollegen wird gekonnt eine Reihenbindung erzeugt. Man möchte wissen, wie es weiter geht. Stark finde ich die Rückblicke auf Chevaliers Vergangenheit. Die Figur ist mir dadurch näher gerückt. Nun wird mir auch im Hinblick auf den 3. Band, den ich 2025 gelesen habe, einiges klarer. Ich kann der Leserschaft deshalb nur empfehlen, mit dem 1. Band anzufangen. Sonst bleibt vieles im Unklaren.Auch hier hätte ich mich wieder über eine Übersichtslandkarte gefreut und über ein paar weniger Tippfehler. Den Stern Abzug gibt es aber für eine inhaltliche Unklarheit. Ein Mitarbeiter der Polizei ist selbst tief in den Fall verstrickt, wird aber dennoch nicht abgezogen. Das hätte im Lektorat wirklich auffallen müssen.Insgesamt jedoch ein gelungenes Buch, dass ich in wenigen Tagen verschlungen habe.