Ein Ermittler, der zwischen rauer See und menschlichen Abgründen die Wahrheit sucht - von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend!
Ein Mord auf einem Installationsschiff mitten im Atlantik - allein dieses Setting hat mich sofort gepackt. Vor der Küste von La Rochelle ermittelt Commissaire Chevalier unter rauen Bedingungen auf engem Raum. Was zunächst wie ein tragischer Arbeitsunfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einem komplexen Fall, bei dem klar ist: Der Täter kann das Schiff nicht verlassen haben.Besonders gut gefallen hat mir die dichte, fast klaustrophobische Atmosphäre an Bord. Man spürt den Wellengang, die Anspannung der Crew und dieses bedrückende Schweigen, das mehr sagt als viele Worte. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und dennoch detailreich - gerade die technischen Beschreibungen rund um den Offshore-Windpark sorgen für Authentizität, auch wenn sie stellenweise etwas Konzentration verlangen.Commissaire Chevalier ist ein sympathischer Ermittler mit Ecken und Kanten. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es hilfreich gewesen wäre, die vorherigen Bände zu kennen, um die privaten Nebenstränge und Beziehungen besser einordnen zu können. Das hat mein Lesevergnügen nicht geschmälert, aber ein wenig Hintergrundwissen hätte manches noch runder gemacht.Insgesamt ein atmosphärischer Frankreich-Krimi mit maritimem Flair, spannenden Wendungen und einer gelungenen Auflösung. Mir hat besonders gefallen, wie ungewöhnlich der Schauplatz ist - genau solche Krimis lese ich sehr gerne und werde mir sicherlich auch die vorherigen Bücher zu dieser Serie zulegen.